Übersicht der Inhalte
Konflikte in Unternehmen, Verwaltungen und gesellschaftlichen Organisationen werden zunehmend komplexer: Sie betreffen Teams und Grossgruppen, ziehen sich über Hierarchiestufen und Organisationsgrenzen hinweg und entfalten sich in Multi-Stakeholder-Konstellationen sowie im b2b-Kontext. Das CAS Wirtschaftsmediation vertieft Ihre mediativen Kompetenzen und befähigt Sie, Konflikte in genau solchen anspruchsvollen Konstellationen wirksam zu bearbeiten – als Mediatorin oder Mediator, als Fach- oder Führungsperson oder als Konfliktmanager:in.
Der CAS Wirtschaftsmediation umfasst 18 Tage bzw. 15 ECTS und gliedert sich in drei Module. Die Module bauen aufeinander auf – vom Konfliktfall in Teams über das Organisationsdesign bis hin zu Multi-Stakeholder- und b2b-Konflikten.
Programmziel
Die Teilnehmenden erwerben systemisch-analytische und kommunikative Fähigkeiten, um Konflikte einer Klärung zuzuführen – auch mit mehreren Beteiligten und Parteien. Der CAS erweitert die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktintervention in komplexen wirtschaftlichen Kontexten und befähigt dazu, Konflikte in Multi-Stakeholder-Projekten vorausschauend zu managen.
Die Teilnehmenden können:
- Konflikte analysieren und massgeschneiderte Vorgehensweisen entwickeln
- rollenspezifisches Verhalten, Distanz und Allparteilichkeit wahren
- konfliktsensitiv und differenziert einwirken sowie kommunizieren
- ein Vorgehen für hoch komplexe Konfliktsituationen designen und situativ anpassen
- beratend im Team tätig sein sowie Mediationen mit mehreren Parteien konzipieren und durchführen
- in Verhandlungssituationen mediativ mitwirken
- Künstliche Intelligenz zielführend und unterstützend einsetzen
Gestaltung des Lernwegs
Der CAS folgt einem Praxisweg: Beobachten und Methoden verstehen, Ausprobieren im Lernkontext, Erleben und Durchführen in einem externen Kontext – mit Transfer auf andere, unbekannte Konstellationen. Die Lernvoraussetzungen der Teilnehmenden werden dabei durchgehend berücksichtigt.
- Vertiefung der Konfliktbearbeitung und Methoden, inklusive Co-Mediation und der fünf Phasen der Mediation in Rollenspielen
- Konflikte und Organisationen: Kultur- und Systemdesign, Umgang mit Macht und Hierarchie
- Konflikte in grösseren Kontexten: Großgruppen, Multi-Stakeholder-Prozesse und b2b, inklusive Verhandlungspsychologie und relationaler Vertragsverhandlungen
- Online-Anteil mit Selbststudium (Lernvideo) und Lerngruppen (Intervision)
- Mentoring und Supervision in Kleingruppen nach jedem Modul
Lernbegleitung und selbstverantwortliches Lernen
Der CAS zeichnet sich durch eine enge Lernbegleitung – Coaching, Mentoring und Feedback bei Anwendungen – sowie durch selbstverantwortliches Lernen aus.
- Lektüren / Lernvideo: Literaturliste und Leseempfehlungen zur Vertiefung sowie das hauseigen produzierte Lernvideo „Mediation“
- Intervision / kollegiale Beratung: mindestens fünf Treffen à 2 Stunden in Peer-Groups zur Vertiefung, kollegialen Beratung und zum Üben der Methoden
- Mentoring / Supervision: Begleitung in Kleingruppen (3 x 2 Stunden) zu Praxisfragen und zum Transfer der Unterrichtsinhalte
Modul 1: Mediation mit Gruppen und Teams (6 Tage)
Mediation vertieft und advanced: typische Fallstricke innerhalb der Mediation meistern, Erweiterung des Methodenrepertoires, sinnvolle Einbettung von Vor- und Einzelgesprächen, Co-Mediation sowie der Einsatz von KI in der Vorbereitung einer Mediation. Im zweiten Teil – inklusive Transfertag – steht die Mediation mit Teams im Zentrum: vom Konflikt zur Mediation, KI als Sparringpartner, unterschiedliche Rollen und Funktionen sowie Entscheidungshoheiten.
Modul 2: Konfliktmanagement und Organisationsdesign (6 Tage)
Mediation als Organisationsentwicklung und der Umgang mit Macht und Hierarchie bilden den ersten Schwerpunkt. Im Themenblock Konfliktkultur in Unternehmen geht es um mediatives Handeln in Organisationen, das Gestalten von Konfliktmanagementsystemen sowie KI als Sparringpartner. Den Abschluss bildet ein Praxisfall von A bis Z mit externen Rollenspielenden und Feedbackgebenden.
Modul 3: Multi-Stakeholder-Konflikte und b2b (6 Tage)
Im Zentrum stehen Mediationen zwischen Teams und Abteilungen, große Gruppen mit unterschiedlichen Stakeholdern und die Arbeit im Mediationsteam. Im Themenblock b2b vertiefen Sie b2b-Mediation und mediatives Verhandeln, Vertragsökonomie und relationale Kontrakte sowie den Einsatz von KI als Werkzeug in Verhandlung und Mediation. Der Modulabschluss macht systemische Komplexität sichtbar und widmet sich dem Erwartungsmanagement sowie der Supervision.
Hinweis: Die einzelnen Module bzw. Themenblöcke können auch einzeln gebucht werden. Voraussetzung ist auch hierfür in jedem Fall ein absolvierter Grundkurs in Mediation. Bei Interesse an einer Einzelbuchung wenden Sie sich bitte an die Programmorganisation.