Studienaufbau
Der Master in Architektur an der HSLU ist modular aufgebaut: Jedes Semester umfasst sechs Module, die als eigenständige Einheiten abgeschlossen und bewertet werden. Der Einstieg ins Studium ist zu Beginn jedes Semesters möglich.
Das Studium kann in zwei Zeitmodellen absolviert werden. Das Vollzeitstudium dauert inklusive Master-Thesis mindestens vier Semester und umfasst insgesamt 120 ECTS-Credits. Das berufsbegleitende Studium erstreckt sich – abhängig von der individuellen Modulbelegung – über fünf bis sechs Semester. Während des Semesters darf die berufliche Tätigkeit einen Umfang von 40 % nicht überschreiten. Berufsbegleitend Studierende haben mittwochs und freitags die Möglichkeit, ihrer Tätigkeit im Büro nachzugehen.
Das Curriculum verbindet Projekt- und Theoriemodule gleichwertig miteinander. Während die Projektmodule den Entwurf als zentrale architektonische Praxis vertiefen, schaffen die Theoriemodule Raum für Reflexion, Forschung und die Entwicklung einer eigenständigen architektonischen Haltung. Entwurf und theoretische Auseinandersetzung werden dabei als zusammenhängender Prozess verstanden und stehen in engem gegenseitigem Austausch.
Im dritten Semester besteht die Möglichkeit, ein Gastsemester an einer unserer internationalen Partneruniversitäten zu absolvieren. Ergänzt wird das Studium durch die Seminarreise, die im Frühlingssemester eng mit dem Vertiefungsmodul verknüpft ist und gemeinsam konzipiert wird.
Die Master-Thesis erstreckt sich über ein ganzes Semester. Studierende, die eine freie Thesis verfolgen, beginnen bereits im dritten Semester mit der Entwicklung ihrer individuellen Fragestellung. Die Arbeit wird durch Dozierende des Instituts für Architektur begleitet.
Unterrichtssprache
Der Studiengang ist zweisprachig in Deutsch und Englisch aufgebaut. Die Theorievorlesungen finden auf Englisch statt. Arbeiten und Prüfungen können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch eingereicht werden.
Projektmodule
Fokusprojekte
Die Fokusprojekte bilden einen zentralen Bestandteil des Masterstudiums. In drei Studios, geleitet von praktizierenden Architektinnen und Architekten, setzen Sie sich mit den drängenden Fragen der zeitgenössischen Architektur auseinander. Unter einem jährlich wechselnden Thema bearbeiten die Studios drängende räumliche, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen mit besonderem Bezug zur Zentralschweiz.
Unsere Projekte sind lokal verankert und zugleich international ausgerichtet. Architektur verstehen wir als Verbindung von konkreter ortsspezifischer Auseinandersetzung und globaler Relevanz. Durch die Zusammenarbeit mit externen Expertinnen und Experten sowie lokalen Akteurinnen und Akteuren entstehen Projekte mit hoher gesellschaftlicher und fachlicher Aktualität.
Die drei Studios bieten unterschiedliche Themen, Methoden und Perspektiven. Im Zentrum steht dabei stets die individuelle Entwicklung der Studierenden und die Förderung einer eigenständigen architektonischen Haltung.
Thesisprojekte
Das Thesisprojekt bildet zusammen mit dem Thesisbuch den krönenden Abschluss des Masterstudiums. Da wir die individuelle architektonische Haltung und die Befähigung zur Gestaltungsmacht (Agency) als Kern unseres Studiums verstehen, fördern wir die freie Thesis.
Im Semester davor entwickeln Sie – ausgehend von Ihren eigenen Interessen – eine eigenständige Aufgabenstellung. Begleitet wird dieser Prozess durch eine enge Betreuung im Modul Vertiefungsarbeit sowie durch Entwurfsdozierende des Instituts. Im eigentlichen Thesissemester arbeiten Sie dann parallel an Ihrem Entwurf und an der theoretischen Vertiefung im Thesisbuch. Die so entstehenden Arbeiten zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Tiefe und Eigenständigkeit aus. Alternativ steht Ihnen die klassische Thesis offen, deren Aufgabenstellung im Rahmen des jeweiligen Jahresthemas vorgegeben ist.
Beide Wege folgen demselben Anspruch: Die Thesis soll einen Beitrag zu aktuellen und drängenden Fragen der Architektur und des Städtebaus leisten. Sie ist der Ort, an dem Sie das im Studium entwickelte Verständnis für Verantwortung, Selbstwirksamkeit und ein situiertes, zugleich universell denkendes Handeln auf den Punkt bringen.
Zwischen zeilen
Rebecca Baer zeigt in ihrer Master Thesis die Chancen für den öffentlichen Raum in der Umwandlung eines ehemaligen Bankgebäudes in Wohnungen.
Theoriemodule
Basisvorlesungen
Das Modul Basisvorlesungen vermittelt Grundlagen aktueller Architekturtheorie und Architekturgeschichte und versteht Architektur als Teil eines umfassenden kulturellen Diskurses. Anhand von Projekten, Texten und Referenzen werden architektonische Positionen nicht nur in ihrer gestalterischen Qualität, sondern auch in ihren sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen untersucht.
Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit den Bedingungen, Wirkungen und Bedeutungen von Architektur. Theorien, Ideologien und disziplinübergreifende Perspektiven werden miteinander in Beziehung gesetzt und diskutiert. Dadurch entsteht ein vertieftes Verständnis von Architektur als kulturelle Praxis, die sich kontinuierlich verändert und neu verhandelt wird.
Vorlesungen, Gastbeiträge, Exkursionen sowie gemeinsame Diskussionen fördern die Entwicklung einer reflektierten und eigenständigen architektonischen Haltung. Das Modul ermutigt Studierende, unterschiedliche kulturelle Perspektiven, Methoden und Werkzeuge bewusst einzubeziehen und sich als verantwortungsvolle Architektinnen und Architekten im aktuellen Diskurs zu positionieren.
Fokusvorlesungen
Die Fokusvorlesungen bilden das theoretische und praktische Fundament der thematischen Schwerpunkte im Masterstudium und stehen in engem Austausch mit den Fokusprojekten der Entwurfsstudios. Innerhalb eines kuratierten Rahmens werden aktuelle Fragestellungen der Architektur vertieft und unterschiedliche Positionen, Haltungen und Arbeitsweisen diskutiert.
Das Modul vermittelt ein Verständnis für die kulturelle, gesellschaftliche und interdisziplinäre Komplexität von Architektur. Historische Referenzen, theoretische Ansätze und zeitgenössische Perspektiven werden miteinander verknüpft und in Bezug zu den jeweiligen Jahresthemen gesetzt.
Die Fokusvorlesungen unterstützen Studierende dabei, einen eigenen konzeptionellen Fundus aufzubauen, unterschiedliche architektonische Haltungen kritisch zu vergleichen und daraus Rückschlüsse für die eigene Entwurfsarbeit zu ziehen. Ziel ist die Entwicklung einer reflektierten und eigenständigen architektonischen Position.
Keynote Lectures
Die Keynote Lectures eröffnen neue Perspektiven auf Architektur im Spannungsfeld von Gesellschaft, Kunst, Kultur und Technologie. In sechs ganztägigen Seminaren vermitteln internationale Gäste aus Architektur und angrenzenden Disziplinen aktuelle Positionen, Methoden und Denkweisen aus der Praxis.
Im Zentrum stehen strategische, methodische und performative Prozesse sowie die Auseinandersetzung mit zukünftigen und disruptiven Entwicklungen. Durch Vorträge, Workshops sowie Einzel- und Gruppenarbeiten werden alternative Herangehensweisen erprobt und neue Formen des Denkens und Arbeitens reflektiert.
Die Keynote Lectures fördern den Blick über die eigene Disziplin hinaus und erweitern das kulturelle, gesellschaftliche und ökonomische Verständnis von Architektur. Sie stärken Flexibilität, kritisches Denken und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven produktiv in die eigene architektonische Praxis zu integrieren.
Vertiefungsarbeit
Das Modul Vertiefungsarbeit dient der Auseinandersetzung mit architekturhistorischen und -theoretischen Fragestellungen. Dabei werden wissenschaftliche Arbeitsmethoden vermittelt und das forschende, kritische Denken gefördert . In jedem Semester verfassen die Studierenden eine Textarbeit innerhalb eines selbst gewählten Forschungsfeldes, das thematisch mit dem Jahresthema des Studiengangs verbunden ist.
Ausgehend von Gastvorträgen, Lektüreseminaren und Studienreisen erarbeiten sich die Studierenden ein themenspezifisches Wissen und entwickeln daraus eine eigenständige, diskursive Position. Ziel ist die reflektierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln als Architektin oder Architekt.
Die Vertiefungsarbeit stärkt die Fähigkeit, komplexe Themen analytisch zu untersuchen, theoretisches Wissen kritisch anzuwenden und eigene Erkenntnisse präzise in Texten und Präsentationen zu vermitteln. Gleichzeitig bildet sie eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Master-Thesis.
Blockmodule
Studienreise
Die Studienreise ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit Architektur, Städtebau und kulturellen Kontexten vor Ort. Durch die Analyse bedeutender Bauwerke und urbaner Räume gewinnen die Studierenden Einblicke in die Entstehung, Geschichte und konkrete Umsetzung architektonischer Projekte sowie deren Einbindung in den städtebaulichen Zusammenhang.
Im Mittelpunkt stehen die thematisch fokussierte Beobachtung und Interpretation gebauter Umwelten sowie die Reflexion unterschiedlicher kultureller Perspektiven. Die Erfahrungen werden durch Texte, Fotografien und Skizzen dokumentiert und gemeinsam diskutiert.
Die Studienreise erweitert den fachlichen und kulturellen Horizont, stärkt den kritischen Blick auf Architektur und fördert zugleich den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe.
Summer School Ticino
Die Summer School Ticino verbindet Forschung, Entwurf und Lehre in einem intensiven Arbeiten vor Ort. Im direkten Austausch mit Landschaft, Gesellschaft und gebautem Kontext entwickeln die Studierenden interdisziplinäre Perspektiven und erarbeiten gemeinsam Strategien und Konzepte zu komplexen Fragestellungen.
Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit ortsspezifischen Bedingungen sowie die Verbindung von Architektur, Landschaft und sozialen Zusammenhängen. Durch die gemeinsame Arbeit entstehen Projekte, die auf aktuelle Herausforderungen des Ortes und der Gesellschaft reagieren.
Die Summer School fördert eigenständiges und kritisches Denken, kollaborative Arbeitsweisen sowie eine inspirierte und zugleich systematische Entwurfspraxis.