Carl Heinrich Graun, Der Tod Jesu
Die Musikgeschichte kann manchmal grausam sein. Mehr als hundert Jahre lang, seit der Uraufführung im Jahr 1755, galt Carl Heinrich Grauns Passionskantate Der Tod Jesu als das Paradestück schlechthin für jeden Karfreitag ... bis sie von den wiederentdeckten Passionen Johann Sebastian Bachs verdrängt wurde und fast völlig in Vergessenheit geriet. Dabei hatte Graun, der als Kapellmeister am preussischen Königshof wirkte und ein enger Freund Friedrichs des Grossen war, ein Werk geschaffen, dessen empfindsame, zwischen Barock und Frühklassik angesiedelte Klangsprache die Herzen der Hörer zu rühren und ihre Seelen zu erheben vermochte – eine Musik, wie sie nicht besser zur meditativen Einkehr in der Passionszeit geeignet sein könnte. Doch im ausgehenden 19. Jahrhundert waren diese Qualitäten nicht mehr gefragt: Ein Rezensent meinte gar, dass sich Der Tod Jesu im Vergleich zur Matthäus-Passion wie eine «hübsche Dorfkirche neben dem Kölner Dom» ausnehme. Doch eigentlich könnte man genau diese «Kritik» auch als Kompliment auffassen.
Katharina Persicke, Sopran
Gabriela Bügler, Sopran
Nino Aurelio Gmünder, Tenor
Christopher Tonkin, Bariton
Akademiechor Luzern
Junge Philharmonie Zentralschweiz
Howard Arman, Leitung
Vorverkauf: Lucerne Festival