Bangkok und Golf von Siam – Tourismus Studenten zu Besuch im Land des Lächelns
Was steckt hinter dem lieblichen Lächeln Thailands? Welche Spuren hat der Tourismus hinterlassen? Wie sieht die Realität vor Ort aus? Auf die Suche nach Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen haben sich 50 Studenten der Höheren Fachschule für Tourismus Luzern gemacht. Während einer Woche wurde die Region rund um Bangkok und dem Golf von Siam unter die Lupe genommen. Schönes, Faszinierendes und Überraschendes vermischte sich mit Erschreckendem, Schockierendem und Unbekanntem. Eine Woche voller unvergesslicher Eindrücke.
Qatar Airways Flug QR ruft zum Boarding auf. Etwas nervös und neugierig zugleich wird die Reise in den fernen Osten angetreten. Jeder hat so seine Vorstellung von Thailand, spätestens seit dem Kultfilm „The Beach“. Weisse, menschenleere Palmenstrände und das berühmte Thai-Lächeln. Nun es mag sein, dass es dies alles gibt, nicht nur im Film. Doch Bangkok und Golf von Siam erwarten den Touristen mit ganz anderen Highlights. Wer die Einsamkeit sucht ist auf dem falschen Pfad, denn gerade rund um Pattaya trifft sich die grosse Menge zum Feiern und Sonnenbaden. Die Wettläufe um die innovativste Bar, den höchsten Hotelkomplex und das schrillste Restaurant haben längst begonnen und so wird einem bei –5 Grad ein Drink serviert oder direkt vor den eigenen Augen in exklusivem Ambiente ein frisches Haute Cuisine Menu zubereitet. Natürlich bietet Pattaya auch viel Freizeitmöglichkeiten, Parks, Wassersport und Shopping sowie käufliche Frauen ohne Ende. Sextourismus ist überall präsent. Pattaya ist jedoch bestrebt aus der wachsenden Metropole eine Destination für jedermann zu schaffen und setzt auf Multioptionalität – für jeden gibt es etwas. Wie Familien ihren kleinen Kindern erklären, was es mit den vielen Frauen am Strassenrand auf sich hat, bleibt dann wohl Sache der Erzieher. In der Region ist das Gewerbe bekannt und man lebt damit, ist es nicht zuletzt einer der wichtigsten Einnahmequellen für viele Frauen und Männer und steigert so das Bruttoinlandprodukt.
Dass die Touristen ihre Spuren hinterlassen, ist in der untersuchten Region gut sichtbar; die Wege sind weitgehend ausgetrampelt, Abfallberge türmen sich sogar auf ehemals idyllischen Inseln wie Ko Samet, ein Umweltmanagement ist – wenn überhaupt – noch in den Kinderschuhen, doch der gute Wille zählt. Die Preise sind überall mindestens doppelt so hoch wie in den weniger touristischen Gebieten Thailands und die „Farangs“ (Langnasen) werden hier oder da übers Ohr gehauen. Was nicht weiter schlimm ist für das Budget eines Durchschnittstouristen, denn das Preisniveau ist so oder so massiv tiefer als es die meisten gewohnt sind und so wird der Urlaub zum Schnäppchen.
Die Studierenden präsentierten eine breite Palette an Ergebnissen: während die eine Gruppe einen Discoführer für Frauen und Paare erarbeitet hat, stellten andere ein Umweltkonzept für Ko Samet zusammen. Andere Teams befassten sich mit heiklen Themen wie Sextourismus und Kinderarbeit, nahmen Kontakt mit Kinderheimen auf und erfuhren so teilweise nachdenklich stimmende Lebensgeschichten. Wieder andere machten sich auf Entdeckungsreise nach neuen touristischen Angeboten und stellten dabei fest, dass nicht mehr viele Schätze verborgen sind.
Zuletzt wurden die Studien in der pulsierenden Metropole Bangkok fortgesetzt. Der Aufenthalt wurde auch genutzt, um den Studierenden im Rahmen eines Besuchs der Schweizer Botschaft die Möglichkeit zum „Networking“ zu bieten und sich mit internationalen Führungskräften auszutauschen. Das Land des Lächelns hat die Studenten in eine fremde Welt entführt, ob diese Welt echt oder unecht ist, spielt dabei gar keine grosse Rolle. Vielmehr sind es die Eindrücke, Erfahrungen, Entdeckungen und Erkenntnisse, die einem in Erinnerung bleiben.
(Text: Manuela Roschi)
Bildergalerie

