Kommunikation in Schweizer KMU: Leistungsfähigkeit – Erfolgsfaktoren – Entwicklungspotentiale
KMU stehen im Wettbewerb vor vielfältigen Herausforderungen. Dabei wird die Kommunikation immer mehr zu einem bestimmenden Faktor für den ökonomischen Erfolg. Bisher fehlten jedoch Ansätze zur Gestaltung der Kommunikation in KMU. Mit dem Ende Januar abgeschlossenen Forschungsprojekt wurde diese Lücke nun geschlossen. Das von der KTI und privatwirtschaftlichen Partnern (Infel AG und Swisscom) unterstützte Forschungsprojekt erzielte drei wichtige Forschungsergebnisse:
1. Offenlegen der Kommunikationspraxis in KMU und Ableiten von Erfolgsfaktoren
Eine quantitative Analyse (782 eingegangene Datensätze, Rücklaufquote 21%) sowie Interviews mit 20 isolierten Best-Practice-Unternehmen legten die wirtschaftliche Performance, die Vorgehensweisen der KMU bei der Planung und Organisation ihrer Kommunikation sowie bei deren Durchführung und Kontrolle offen. Ferner wurden die Zusammenarbeit der KMU mit Kommunikationsdienstleistern sowie bestehende Probleme im Rahmen der Kommunikationsarbeit aufgezeigt.
So haben knapp 75 Prozent der befragten Unternehmungen bereits eigene Stellen bzw. Abteilungen zur Erfüllung der Kommunikationsaufgaben geschaffen, wobei die Implementierung des Bereichs Marketingkommunikation am weitesten fortgeschritten ist. Positiv ist auch die oftmals hohe hierarchische Einordnung der Kommunikationsverantwortlichen vor allem auf der Ebene der Geschäftsleitung. Nachholbedarf besteht hinsichtlich der schriftlichen Festlegung der konzeptionellen Grundlagen der Kommunikation, denn lediglich in knapp über 50 Prozent der Unternehmungen basiert die Kommunikation auf einer schriftlich festgelegten Kommunikationsstrategie.
2. Entwickeln eines Kommunikationsmodells für KMU
Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurde ein umfassendes Anforderungsprofil für ein KMU-taugliches Kommunikationsmodell erarbeitet. Als eine Anforderung wurde beispielsweise dessen einfacher Einsatz in Unternehmungen mit geringeren Planungskapazitäten abgeleitet. Basierend auf dem Anforderungsprofil wurde ein drei Ebenen umfassendes Kommunikationsmodell entwickelt, dass sich u.a. durch die Variabilität des Einsatzes auf Unternehmungs-, Marken- und Projektebene auszeichnet.
3. Entwickeln eines Online-Selbstanalysetools
Als drittes Ergebnis des Forschungsprojektes wurde ein browser-basiertes Tool zur Selbstanalyse der Kommunikationsqualität von Unternehmungen entwickelt. Mit diesem Tool können Unternehmungen ihre Kommunikationstätigkeit einem Benchmark unterziehen und bewerten lassen. Nach dem Ausfüllen eines Online- Fragebogens erhalten die Unternehmungen ein Direktfeedback zur Leistungsfähigkeit der eigenen Kommunikation in Relation zu anderen Unternehmungen und erhalten so Anhaltspunkte zur Optimierung ihrer Kommunikationsarbeit. Das Tool
- zeigt Stärken und Schwächen der Kommunikation im Vergleich zu den Forschungsresultaten,
- liefert Anhaltspunkte zu Effizienz- oder Effektivitätssteigerungen der Kommunikation,
- ermöglicht einen Kommunikationsbenchmark im Vergleich mit Unternehmungen ähnlicher Grösse oder gleicher Kundenart.
Informationen zu den Forschungsresultaten und zum Online-Tool sind zu finden unter: www.kommunikationsaudit.ch
Das Forschungsprojekt wurde vom Institut für Kommunikation und Marketing IKM der Hochschule Luzern – Wirtschaft in Kooperation mit dem Institute for Competitiveness and Communications ICC der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt.

