Wohneigentum in den Schweizer Kantonen
Welche Faktoren bestimmen die Wohneigentumsquoten in der Kantonen und Regionen der Schweiz? Im Rahmen einer empirischen Untersuchung haben Katia Delbiaggio vom Institut für Regionalökonomie IBR und Gabrielle Wanzenried vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ eine Reihe von Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf die Wohneigentumsquoten ausüben können.
Wohneigentum ist und bleibt für viele Haushalte in der Schweiz ein Traum. Im internationalen Vergleich verfügt die Schweiz nämlich über eine auffällig tiefe Wohneigentumsquote. Im Jahr 1970 betrug diese 26.4 Prozent, im Jahr 2000 immerhin 38.3 Prozent. Ein Drittel dieses Anstiegs ist auf Hauseigentümer, zwei Drittel auf Stockwerkeigentümer zurückzuführen. Trotz einem beschleunigten Anstieg im laufenden Jahrzehnt ist die Wohneigentumsquote der Schweiz weiterhin die tiefste aller westeuropäischen Länder. Zum Vergleich: Gemäss Euroconstruct beträgt der Anteil der Wohneigentümer in Spanien 87 Prozent, in Italien 73 Prozent, in Frankreich 58 Prozent, in Österreich 56 Prozent und in Deutschland immer noch 43 Prozent.
Grosse regionale Unterschiede
Die Wohneigentumsquote in der Schweiz weist allerdings regional grosse Unterschiede auf. Die tiefsten Quoten sind in grossstädtischen Kantonen wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf anzutreffen. Die höchsten Quoten weisen die Kantone Wallis, Appenzell Innerrhoden oder Jura auf. Ein noch stärker differenziertes Bild liefert die Analyse der raumtypologischen Verteilung. Auffällig ist zum Beispiel, dass die Wohneigentumsquote mit sinkender Gemeindegrösse stark zunimmt. Für Gemeinden mit weniger als 1'000 Einwohnern überschreitet die Wohneigentumsquote bzw. der Anteil Haushalte mit Wohneigentum im Jahr 2000 die 60-Prozent-Schwelle.
Ökonomische, lokale und politische Variablen
Welche Faktoren bestimmen nun die Wohneigentumsquoten in der Kantonen und Regionen der Schweiz? In einer empirischen Untersuchung haben Katia Delbiaggio vom Institut für Regionalökonomie IBR und Gabrielle Wanzenried vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ eine Reihe von Faktoren untersucht, welche einen Einfluss auf die Wohneigentumsquoten ausüben können.
Im Rahmen mehrerer ökonometrischen Modellspezifikationen wurden haushaltsspezifische Faktoren, gebäudespezifische Faktoren, gemeinde- und ortsspezifische Eigenschaften, kantons- und regionenspezifische Faktoren sowie eine Gruppe von Politikvariablen als Bestimmungsfaktoren der Wohneigentumsquote miteinbezogen, wobei Wohnungseigentümer und Hauseigentümer sowohl gemeinsam als auch separat betrachtet wurden. Die Hauptdatengrundlage bilden die Daten der Volkszählung 1970 bis 2000.
Insgesamt verfügen die in den verschiedenen Modellspezifikationen erfassten Variablen über eine hohe Erklärungskraft, und aus den Analysen konnten interessante Erkenntnisse gewonnen werden.
Details zu den Resultaten finden Sie im IFZ Blog.
Prof. Dr. Gabrielle Wanzenried
Prof. Dr. Katia Delbiaggio
Prof. Dr. Gabrielle Wanzenried
Prof. Dr. Katia Delbiaggio

