MSc Business Administration: Studienwoche in Polen
Umfragen bei lokalen Unternehmen belegen, dass für die Internationalisierung insbesondere von KMU nicht – wie oft gehört – der asiatische Raum ausschlaggebend ist, sondern vielmehr die Mittel- und Osteuropäischen Staaten einen entscheidenden Anteil haben. Die Studierenden des Masters in Business Administration zogen denn auch gen Osten und erlebten Ende April eine spannende, vielseitige und intensive Studienwoche in Polen. Dabei setzten sie sich intensiv mit der neuen Wirtschafts- und Tourismusregion «Ost- und. Mitteleuropa» auseinander.
Major Business Development and Promotion
Den Studierenden konnten spannende Highlights präsentiert werden. So standen Firmenbesichtigungen beim Service Centre der UBS in Krakow sowie eine Werksführung der FIAT Poland in Tychy (nahe Krakau) auf dem Programm. Spannend waren Erkenntnisse, dass Masterabsolventen bei der UBS in Polen pro Jahr rund CHF 18‘000.- verdienen (für den Standortentscheid waren für die UBS nicht nur die Personalkosten entscheidend, sondern auch der Zugang zu hochqualifizierten Arbeitskräften und die Chance, auf der «grünen Wiese» Prozesse von Grund auf neu zu designen) oder dass vom Fiatwerk in Polen alle 37 Sekunden ein Auto vom Förderband rollt. Neben der Besichtigung von spannenden Firmen bearbeiteten die Studierenden auch reale Fallstudien vor Ort. So präsentierte uns die Geschäftsleitung der Stadler Rail Schweiz die Entscheidungsgrundlage für den Markteintritt in Polen. Die Studierenden konnten sodann die konkrete Umsetzung vor Ort mit dem CEO Stadler Rail Polska besprechen. Dadurch lernten die Studierenden die Komple-xität eines Geschäftsaufbaus in einer realen Situation kennen.
Major Tourism
Die Studierenden des Majors in Tourism waren am ersten Tag zu Gast bei einer privaten Destinationsorganisation, die das «sozialistische» Image von Warschau verbessern möchte. Warschau’s Image in Europa ist nämlich verbunden mit grau, traurig und nass. In Tat und Wahrheit boomt Warschau und offeriert zeitgemässe Infrastruktur für Konferenzen und sonstigen Geschäftstourismus. Da Polen die EURO 2012 organisiert, schauten die Studierenden am zweiten Tag das im Bau befindliche Nationalstadium in Warschau an und liessen sich vom Organisationskomitee in die Herausforderungen des Infrastrukturausbaus und des Gewinnens von freiwilligen Helfer/innen für den Event einführen. Interessant und motivierend waren auch die Insider-Informationen, welche Studierenden des Major Tourism von der Regionalentwicklungsorganisation in Krakau erhielten.
Neben dem inhaltlichen Programm legte die Studiengangsleitung einen hohen Wert auf kulturelle und ethische Aspekte. So wurde der Luzerner Gruppe in Warschau ein privates Chopin-Konzert offeriert. Stadtführungen in Warschau als auch in Krakau zeigten auf, über welche kulturellen Schätze Polen verfügt und vor allem auch verfügte – und wie stark heute noch die Spuren des zweiten Weltkrieges in beiden Städten zu sehen sind.
Das nachhaltigste Erlebnis stellt der Besuch des Konzentrations- und Vernichtungslager in Ausschwitz nahe Krakau dar. Das spürbare Leid, welches rund 1.1 Millionen Menschen zugefügt wurde, die Konfrontation mit Bergen von persönlichen Effekten der Ermordeten und die Grösse des Vernichtungslagers Birkenau haben still und betroffen gemacht.

„Arbeit macht frei“ Eingangsschild im KZ Ausschwitz
Im nächsten Jahr werden die Studierenden sich intensiv mit der Mittelmeerregion auseinanderset-zen. Der «neue Osten» ist aufgrund der aktuellen Finanzsituation der Europäischen Union im Süden von Europa (sog. PIIGS-Staaten) zu finden. Dies wird für uns spannende Einsichten in ökonomische, politische, betriebswirtschaftliche sowie touristische Fragestellungen eröffnen. Zurzeit ist die Studienreise auf einem Kreuzfahrtschiff geplant.

