"Entwicklungsprozesse in der Architektur im Kontext der evolutionären Grundprinzipien von Kooperation und Resonanz" (2011-2012)
Ziel des Projektes ist es Entwicklungs- und Anpassungsprozesse in der Architektur mit Hilfe neuster evolutionstheoretischer Erkenntnisse zu verstehen und zu reflektieren. Dabei werden v.a. die evolutionären Grundprinzipien der Kooperation und Resonanz dem Sachverhalt der Architektur gegenübergestellt. Die Erkenntnisse bilden Grundlagen für die Weiterentwicklung eines theoretisches Modells mit dessen Hilfe Planungsempfehlungen für adaptive, d.h. möglichst über einen langen Zeitraum dauerhaft wertbeständige, reaktionsfreudige und lebendige Gebäude geschaffen werden sollen. Dabei wird das Gebäude nicht als eine Addition von Bauteilen, als ein statisches Objekt, verstanden, sondern als ein Lebensraum, in dem verschiedene materielle und immaterielle Teilsysteme in Wirkung zueinander stehen. Das Modell leistet einen Beitrag dazu, den komplexen "Code" des Gebäudes als Systems zu entschlüsseln und in Bezug auf "open builings" (N. John Habraken) planbar zu machen.Während das bisherige Modell hauptsächlich bauliche Aspekte berücksichtigte (z.B. flexible Konstruktionen) um daraus Bauempfehlungen abzuleiten, soll es nun auf Planungs- und Betriebsprozesse von Gebäuden erweitert werden. Die dadurch entstandene "evolutionäre Toolbox" wird Einsatz in Planung, Forschung und Lehre finden.
Die Forschungsarbeit ist Bestandteil eines Projektzyklus, der sich intensiv mit evolutionären Erklärungsmodellen beschäftigt. Übertragen auf die Architektur wird mit Hilfe des evolutionären Gedankenguts überprüft, inwieweit die Anpassungsfähigkeit von Gebäuden -als Ausdruck einer kulturellen Leistung- evolutionären Gesetzmässigkeiten unterliegt, und in welchem Bereich die evolutionären Erkenntnisse nicht tauglich für den Sachverhalt der "open buildings" erscheint.
Kontakt:
Prof. Dr. Peter Schwehr
Träger:
HSLU T&A
Industrie
Paper Boston 2011 (PDF)


