Das Klima als Entwurfsfaktor
Weltweit wird heute die Hälfte der Primärenergie durch Gebäude verbraucht. Damit ist die Problematik des verantwortungsvollen Umgangs mit den Energieressourcen auch an die Adresse der Architektur gestellt. Auf der technischen Ebene wurde die Herausforderung angenommen, es konnten Teilkomponenten entwickelt werden, die als Tuning traditioneller Gebäude bereits vielfach eingebaut oder aufgesetzt wurden. Bezüglich der gestaltprägenden, typologischen Auswirkungen wurde dieser grundlegend neue Sachverhalt hingegen noch kaum erkannt und untersucht. Die, den Energieverbrauch prägenden Aspekte wie beispielsweise Gebäudeform, Orientierung und Öffnungsverhalten werden schon in einer sehr frühen Entwurfsphase festgelegt oft disziplinär, vom Architekten allein. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Klimas als Voraussetzung für einen ortsspezifischen Entwurf ist kaum Thema in Ausbildung und Praxis. Die vorliegende Arbeit geht den architektonischen Antworten auf die Klima- und Energiefrage nach. Sie werden auf verschiedene Arten gegeben, indem je nach Klima verschiedene Strategien in anwendungsorientierte, entwerferische Handlungen aufgefächert und anhand von kultivierten Beispielen verdeutlicht werden. Im Vergleich zu anderen Instrumenten handelt es sich bei den hier vorgestellten Handlungsstrategien um ein Werkzeug für Architekten und Planer. Die Perspektive ist nicht eine abstrakt-technische, sondern eine anschaulich-räumliche, welche die Suche nach inspirierenden Lösungen bewusst stimulieren soll. Danach werden mögliche Strategien bezüglich ihrer Effizienz systematisch simuliert, bewertet und kommentiert. Die Simulationen sind dazu das Mittel zur Erfassung der äusseren Klimabedingungen und der inneren Komfortansprüche.Publikation
Das Klima als Entwurfsfaktor
Projektleiter
Prof. Christian Hönger
wissenschaftlicher Mitarbeiter
Roman Brunner

