Das bewohnbare Fenster
Die planerischen Reaktion auf die klimatischen Bedingungen sind in unseren Breitengraden besonders anspruchsvoll, da diametral entgegengesetzte Strategien im Sommer und im Winter gefordert werden: Im Winter die Spar- und die Gewinn- und im Sommer die Abführstrategie. Ein besonderes energetisches-, soziologisches-, und kulturelles Potenzial sehen wir in der sogenannten Entflechung der äusseren Gebäudehülle, wie zum Beispiel der Jahreszeitenräume. Diese Räume sind nicht aktiv geheizt und können bei geschickter Form und Ausrichtung zum erweiterten Wohnraum, zur abgekoppelten Klimazone bis hin zum gedeckten, durchlüfteten Aussenraum mutieren. Erleben und individuelles Dosieren der klimatischen Eigenschaften der einzelnen Jahreszeiten durch die Nutzung der Räume sind unserer Meinung nach eine ausgesprochene Wohn- und Lebensqualität.
Aus diesem Grund widmen wir uns in diesem Forschungsprojekt der Grenze zwischen Aussen- und Innenraum und möglicher dreidimensionaler Überschneidungen. Da in unserer gemässigten Klimazone sowohl Energie gespart als auch gewonnen werden muss, ist ein raumhaltiger, flexibler Wintergarten oder verglaster Loggiaraum eine gültige Alternative zum klassischen Fenster oder zum einfachen Balkon. Besonders interessiert uns, ob mit diesem "Jahreszeitenraum" auch Energiegewinne möglich sind.
"Ist die Entflechtung der äussersten Schichten - als Reaktion auf die differenten klimatischen Bedingungen in der Schweiz - eine Antwort auf die aktuelle Energiefrage?"
Eine Vorlesungsreihe begleitete den Projektstart.
Projektleiter
Prof. Christian Hönger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Roman Brunner

