Antonio Baldassarre
Akquisitionsprojekt Phono-Monographie «Le Quatuor du Flonzaley»
Das „Quatuor du Flonzaley“ bestand von 1903 bis 1929 und war dank umfassender Finanzierung durch den in den USA lebenden Genfer Bankier Edward J. de Coppet eine der ersten professionellen Streichquartettformationen im modernen Sinne weltweit. Das Flonzaley-Quartett konzertierte ausgesprochen erfolgreich in Europa und in Übersee; es pflegte nicht nur das Standardrepertoire, sondern auch die zeitgenössische Musik. Es spielte für Victrola und HMV Werke auf Schallplatte ein: Diese Einspielungen wurden von der Fachpresse begeistert aufgenommen und hatten Vorbildcharakter für andere Quartettformationen. Sie repräsentierten einen neuen Stil des Quartettspiels mit wenig Portamento und schlankem Ton.
Der Nachlass des Gründers des Flonzaley-Quartetts, Alfred Pochon, kam 2000 in die Bestände der Schweizerischen Nationalphonothek und wurde dort zum Teil bereits aufgearbeitet. Der Nachlass enthält eine Vielzahl von Dokumenten (inkl. Tondokumente, Verträge und Photographien) anhand derer die Geschichte und die Interpretationskunst der Formation rekonstruiert werden kann.
Primäres Ziel des vorliegenden Vorprojekts ist es, beim Nationalfonds Mittel für ein Nachfolgeprojekt zu akquirieren. Im Rahmen des fremdfinanzierten Nachfolgeprojekts (Laufzeit Okt. 2009 – Sep. 2011) werden die reich dokumentierte Geschichte und die auf Tonträger konservierte Interpretationskunst des Flonzaley-Quartetts erforscht. Die Forschungsresultate werden schliesslich in Form einer Phono-Monographie (Buch mit eingelegten Tonträgern) veröffentlicht.

