John Cage zum 100. Geburtstag - Eine Retrospektive

John Cage (1983). Photographer: Betty Freeman. Courtesy of the John Cage Trust
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Freitag, 20. April 2012, 20.00 Uhr, Südpol Luzern
Eröffnungskonzert
Sixteen Dances für Flöte, Trompete, Schlagzeug, Klavier, Violine, Violoncello
Sonatas and interludes
Radio Music
Solo for Voice 52 (Aria No. 2)
Six Melodies for Violin and Keyboard
Child of Tree
Ryoanji für Ensemble und Solisten
Samstag, 21. April 2012, 16.00 bis 22.00 Uhr, Südpol Luzern
Diverse Veranstaltungen
16.00 Uhr Song Books
17.00 Uhr Sonatas and Interludes
Jonathan Harvey, Homage to Caga à Chopin
Erik Satie, Sonatine Biureaucratique
Four
Duble Music [8‘]
17.50 Uhr Morton Feldman, Palais de Mari
Music for Marcel Duchamp
The unavailable memory of
Third Construction
18.50 Uhr Silence expanded; 4'3'' und die Folgen
Referat von Dieter Daniels
20.30 Uhr Four 5
Morton Feldman, Structures
Atlas Eclipticalis
21.30 Uhr Song Books
Studierende der Hochschule Luzern
Sascha Armbruster, Marco Blaauw, Erik Borgir, Andreas Brenner, Erwin Bucher, Uli Fussenegger, Florian Hoelscher, Angelika Luz, Pascal Pons, Einstudierungen
Änderungen vorbehalten
«I have nothing to say and I am saying it»
Kein Komponist in der Geschichte der Musik hat so konsequent versucht, sein eigenes Schaffen vom Begriff des Urhebers zu befreien wie John Cage. Und paradoxerweise war vermutlich kein Komponist des zwanzigsten Jahrhunderts so einflussreich, so tonangebend für die Entwicklung der Neuen Musik wie er. Als Cage Anfang der fünfziger Jahre zu den grossen Festivals für Neue Musik in Donaueschingen und Darmstadt eingeladen wurde, lösten er und seine Musik in der von den Serialisten beherrschten Welt um Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen gewissermassen einen Urknall aus, der noch bis heute nachwirkt. Der Bruch mit der Vergangenheit war so radikal, die Konsequenzen für die Zukunft so weitreichend, dass niemand einfach wegschauen konnte. Ob pro oder contra, jeder musste und muss bis heute Stellung beziehen zu seiner Musik.
Das Studio für zeitgenössische Musik der Hochschule Luzern veranstaltet zum einhundertsten Geburtstag von John Cage eine grosse Retrospektive. Über zwei Tage wird ein Bogen gespannt von den frühen ausnotierten Werken für präpariertes Klavier und Schlagzeug bis hin zu den späten «Nummernwerken» – aleatorische Kompositionen, in denen Zufallgeneratoren wie das altchinesiche «I Ging» den Inhalt bestimmen. Werke von Cages Vorbildern bzw. Lehrern wie Erik Satie und Henry Cowell sowie von seinen Schülern und Anhängern wie Morton Feldman oder Christian Wolff vertiefen die historische Perspektive dieser Rückschau.

