Wettbewerbsfähige Tourismusstrukturen im Kanton Uri
Dem Tourismus im Kanton Uri liegt ein beachtliches Potenzial zu Grunde, zudem ist seine Bedeutung für die Gesamtwirtschaft erheblich. Einige Ereignisse machen jedoch deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht, wenn verhindert werden soll, dass der Tourismusmarkt sich an Uri vorbeientwickelt: Der Realisierung des Resorts in Andermatt steht das Nein zum Tourismusgesetz im November 2007 gegenüber. Die Tourismusorganisationen in den Nachbarregionen (Luzern, Obwalden und Nidwalden etc.) erändern sich mit dem Ziel, Effizienz und Effektivität zu erhöhen. Der Urner Tourismus weist gravierende Mängel in den eigenen Strukturen auf, beispielsweise fehlende Finanzierungsgrundlagen, fehlende Strategien und Kräftezersplitterung.
Stossrichtungen und Schwerpunktthemen werden definiert
Unter der Federführung der IG Uri Tourismus (Tourist Info Uri, Seelisberg Tourismus und Andermatt Gotthard Tourismus) wurde das Innotour-Projekt «Strategische Grundlagen für einen wettbewerbsfähigen Urner Tourismus» gestartet. Seit dem April 2009 werden begleitet vom Institut für Tourismuswirtschaft ITW der Hochschule Luzern in einer kleinen Kerngruppe und einer breit abgestützten Arbeitgruppe die touristischen Stossrichtungen und Schwerpunktthemen definiert sowie Vorschläge für eine neue Tourismusstruktur erarbeitet. Integriert in die Gruppen sind Vertreter der Gemeinden und Tourismusorganisationen des Kantons Uri sowie des Andermatt Swiss Alps Ressort.
Bis Mitte 2010 beste Strukturvariante ausarbeiten
Als Grundlage dienen die zahlreichen in jüngster Vergangenheit erstellten Analysen und konzeptionellen Arbeiten über den Urner Tourismus. Koordiniert werden muss das Projekt mit dem regionalpolitischen Progetto San Gottardo der Kantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis, in das der Aspekt der Tourismusstrukturen im Gotthardgebiet integriert ist. Berücksichtig werden muss ebenfalls die Überführung der Tourismusorganisationen im oberen Urserental in eine gemeinsame GmbH.
Bereits sind die SWOT-Analyse, die strategischen Handlungsfelder, die thematischen Schwerpunkte, die strategischen Geschäftsfelder, das Leitbild und erste Vorschläge für mögliche zukünftige Strukturen erarbeitet worden. Noch ausstehend sind unter anderem die Festlegung der am besten geeigneten Strukturvariante sowie die detaillierte Ausarbeitung derselben, und die Formulierung der langfristigen Leistungsaufträge des Kantons an die Tourismusorganisationen. Es ist damit zu rechnen, dass das Projekt bis Mitte Jahr abgeschlossen werden kann.
Projektteam ITW «Wettbewerbsfähige Tourismusstrukturen im Kanton Uri»: Urs Wagenseil und Roland Lymann
Langzeitprojekt in Andermatt
Die Hochschule Luzern bringt ihre Kompetenz noch in ein weiteres Projekt im Kanton Uri ein. Ein Forscherteam der Teilschulen Soziale Arbeit (Kompetenzzentrum Regional- und Stadtentwicklung) und Wirtschaft (Institut für Betriebs- und Regionalökonomie IBR) untersucht in einer Langzeitstudie während der nächsten zehn Jahre die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Baus des Tourismusresorts in Andermatt auf Gemeinde und Region. Erste Resultate der zurzeit laufenden Einwohnerbefragungen sind im Mai 2010 zu erwarten.
Kontakt Projektleiter Emanuel Müller, E-Mail
Weitere Informationen: www.best-andermatt.ch

