Arbeitstagung
Standortbestimmung der Sexualaufklärung in der Schweiz
Mittwoch, 28. November 2012
Die Einführung von Sexualaufklärung in Bildungs- und Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche ist nicht immer einfach. Oft gibt es Widerstände aufgrund von Befürchtungen und falschen Vorstellungen über die Ziele und Inhalte der Sexualaufklärung. Ein Beispiel sind die aktuellen Reaktionen von Politik und Medien auf die blossen Anstrengungen, schweizweit Empfehlungen für die Schule zu formulieren. Das Ergebnis ist Uneinigkeit über Inhalte und Rahmenbedingungen. Um das Recht der Kinder und Jugendlichen auf eine qualitativ hochstehende Sexualaufklärung zu realisieren, besteht dringender Handlungsbedarf. In die gleiche Richtung weisen auch die abschliessenden Bemerkungen des UN-Ausschusses über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte aus dem Jahr 2010: Sie drücken die Besorgnis über die Unzulänglichkeit der Sexualaufklärung sowie die Massnahmen zur Förderung von sexueller und reproduktiver Gesundheit in der Schweiz aus. Insbesondere fordern sie eine Verbesserung für den Bereich Schule. Standortbestimmung der Sexualaufklärung in der Schweiz
Mittwoch, 28. November 2012
In gleicher Weise empfiehlt die Europäische Region der WHO ihren Mitgliedsländern – und somit auch der Schweiz – eine ganzheitliche Sexualaufklärung. Diese soll Kindern und Jugendlichen unvoreingenommen wissenschaftlich korrekte Informationen zu Sexualität altersadäquat vermitteln und sie in der Entwicklung von Kompetenzen unterstützen, um diese Informationen entsprechend zu nutzen. Die hierzu entwickelten Standards für die Sexualaufklärung in Europa dienen politischen Entscheidungsträgern, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsbehörden und Fachleuten als Rahmenkonzept.
Anliegen und Ziele
Die Arbeitstagung soll ein Angebot zur Versachlichung der Diskussion sein. Es werden die Standards für die Sexualaufklärung in Europa vorgestellt, um anschliessend eine Standortbestimmung der Sexualaufklärung für Kinder und Jugendliche im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich vorzunehmen.
Ziel der Veranstaltung ist es, für eine qualitativ hochstehende Sexualaufklärung Vorschläge und Anregungen zu Umsetzungsstrategien zu formulieren und aufzuzeigen, wie diese in Bildungs- und Präventionsangebote implementiert werden können. Die Ergebnisse werden mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich diskutiert, um eine gesellschaftlich breit anerkannte Sexualaufklärung auf den Weg zu bringen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass zukünftig schweizweit Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung in gleichem Masse Zugang zu diesen Informationen erhalten.
Die Tagung richtet sich an
in der Sexualpädagogik tätige Praktikerinnen und Praktiker sowie Verantwortliche und Entscheidungstragende für Bildungs- und Präventionsangebote in Bildung, Gesundheit und Soziales wie beispielsweise Behindertenhilfe, Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe sowie Schule.
Tagungsorganisation
Diese Arbeitstagung ist eine Kooperation der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit mit SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz.
Programm
Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie hier.
Kosten
Tagungsbeitrag: CHF 240.–
Studierende: CHF 80.–
Kontakt
Tagungsleitung:
Prof. Daniel Kunz
Tagungsadministration:
Claudia Coletti

