Rasante Reise durch eine Welt voller Träume am Luzerner Theater
«Das Musicalschauspiel «Alice» von Tom Waits wird am Luzerner Theater als Schweizer Erstaufführung gezeigt. Die Produktion basiert auf dem Weltbestseller «Alice im Wunderland» und auf der Biografie des Autors Lewis Carroll. Die Luzerner Inszenierung besticht trotz einiger Längen mit magischem Design.
In ihrer Fantasiewelt begegnet Alice skurrilen Gestalten: redenden Blumentöpfen, kämpfenden Schachfiguren oder dem verrückten Hutmacher. Die Bühne des Luzerner Theaters wird zum Musical-Traumland. Die Musik von Tom Waits hat Zug. Einmal sind es raue Jazz-Balladen, dann wieder sind die Melodien weich, fast lyrisch.
Bei der Luzerner Inszenierung gibt es verblüffende Kostüme. Im Orchestergraben brillieren Studierende der Hochschule Luzern Musik. Was die Sängerinnen und Sänger zeigen ist zwar nicht immer perfekt, dafür unverbraucht, voller Ideen und Temperament.
Am Anfang kriegt das Publikum nicht genug von dieser atmosphärischen, bunten Musikcollage. Gegen den Schluss schleichen sich jedoch ein paar Längen ein. Trotzdem lohnt sich eine Reise durch diese Welt voller Träume und Nonsense.
(Schweizer Radio SRF, März 2013)
«Das Musicalschauspiel «Alice» von Tom Waits wird am Luzerner Theater als Schweizer Erstaufführung gezeigt. Die Produktion basiert auf dem Weltbestseller «Alice im Wunderland» und auf der Biografie des Autors Lewis Carroll. Die Luzerner Inszenierung besticht trotz einiger Längen mit magischem Design.
In ihrer Fantasiewelt begegnet Alice skurrilen Gestalten: redenden Blumentöpfen, kämpfenden Schachfiguren oder dem verrückten Hutmacher. Die Bühne des Luzerner Theaters wird zum Musical-Traumland. Die Musik von Tom Waits hat Zug. Einmal sind es raue Jazz-Balladen, dann wieder sind die Melodien weich, fast lyrisch.
Bei der Luzerner Inszenierung gibt es verblüffende Kostüme. Im Orchestergraben brillieren Studierende der Hochschule Luzern Musik. Was die Sängerinnen und Sänger zeigen ist zwar nicht immer perfekt, dafür unverbraucht, voller Ideen und Temperament.
Am Anfang kriegt das Publikum nicht genug von dieser atmosphärischen, bunten Musikcollage. Gegen den Schluss schleichen sich jedoch ein paar Längen ein. Trotzdem lohnt sich eine Reise durch diese Welt voller Träume und Nonsense.
(Schweizer Radio SRF, März 2013)
Das Trio Primavera überzeugte
«Mit einem ganz besonderen Leckerbissen verwöhnte der Verein Beflügelt am Montagabend das klassisch interessierte Publikum der Region. Die in einen Konzertsaal umgestaltete reformierte Kirche an der Hofstrasse in Küssnacht war bis auf den letzten Platz besetzt.
[…] Seit Dezember 2011 spielen die drei Musikstudentinnen als Trio Primavera und feierten schon etliche Erfolge. […] Das Zusammenspiel der drei jungen Musikerinnen und die subtile Bogenführung waren beeindruckend. Durch kurze Blickkontakte klappten die verschiedenen Einsätze und einzelnen Soli problemlos. Ihr Vortrag war sehr harmonisch und musikalisch ausgereift.
Durchschnittlich einmal pro Woche für rund zwei Stunden spielen die drei Studentinnen der Hochschule Luzern Musik zusammen, oft begleitet von ihren Dozenten. Dazu kommt natürlich das tägliche Üben; bei Sunita Abplanalp sind das rund zwei Stunden, bei Katharina Thalmann zwischen zwei und fünf Stunden. «Aber man könnte noch mehr tun», meinte sie lachend. «Das Wichtigste beim Auftritt als Trio ist der Spass an der Sache», meinen die drei unisono. Sie freuten sich, dass trotz des winterlich garstigen Wetters rund 100 Besucherinnen und Besucher an ihr Konzert kamen.»
(Freier Schweizer, März 2013)
«Lucerne Festival. Das erste Chorkonzert gestaltete die Musikhochschule Luzern. Mit beeindruckendem Ergebnis.
Es ist doch erstaunlich, zu welchen Leistungen die beiden Grossformationen der Hochschule Luzern – Musik immer wieder fähig sind. […]
Am diesjährigen Lucerne Festival zu Ostern gestalteten nun beide Ensembles zusammen das erste Chorkonzert in der Jesuitenkirche. […] Vor allem im «Stabat Mater» (1951) von Francis Poulenc entfaltet der Chor eine grosse Klangfülle. Die Sänger treffen ausgezeichnet den Charakter der verschiedenen Stimmungen. Fast unmerklich werden die impressionistischen Farben verschoben, sorgfältig die Akkorde aufgebaut. […]
Überhaupt ist es ein sehr tänzerischer Gestus, mit dem hier der Dirigent Howard Arman die doch sehr unterschiedlichen Teile dieses «Stabat Mater» unter einem Dach zusammenführt. […] Arman zieht einen musikalischen Bogen aus einem Guss, ein Panorama, das die verschiedenen Bilder spannend und trefflich zeichnet.
Ein weiteres Steinchen dieser gelungenen Präsentation sind die Dozierenden der Luzerner Musikhochschule. Sie leisten nicht nur in den einzelnen Registern entscheidende Vorarbeit, sondern gestalten oft auch das Konzert aktiv mit. An diesem Abend sind es Miriam Müller als Konzertmeisterin, Jürg Eichenberger (Cello) und Markus Wieser (Viola), die vieles zusammenhalten. Die Sopranistin Brigitte Fournier singt ihre Solostellen im «Stabat Mater» rein, mit viel Glanz in der Höhe. Stimmungsvoll zieht ihre Stimme langsam ins Forte. […]»
(Neue Luzerner Zeitung, März 2013)
Es ist doch erstaunlich, zu welchen Leistungen die beiden Grossformationen der Hochschule Luzern – Musik immer wieder fähig sind. […]
Am diesjährigen Lucerne Festival zu Ostern gestalteten nun beide Ensembles zusammen das erste Chorkonzert in der Jesuitenkirche. […] Vor allem im «Stabat Mater» (1951) von Francis Poulenc entfaltet der Chor eine grosse Klangfülle. Die Sänger treffen ausgezeichnet den Charakter der verschiedenen Stimmungen. Fast unmerklich werden die impressionistischen Farben verschoben, sorgfältig die Akkorde aufgebaut. […]
Überhaupt ist es ein sehr tänzerischer Gestus, mit dem hier der Dirigent Howard Arman die doch sehr unterschiedlichen Teile dieses «Stabat Mater» unter einem Dach zusammenführt. […] Arman zieht einen musikalischen Bogen aus einem Guss, ein Panorama, das die verschiedenen Bilder spannend und trefflich zeichnet.
Ein weiteres Steinchen dieser gelungenen Präsentation sind die Dozierenden der Luzerner Musikhochschule. Sie leisten nicht nur in den einzelnen Registern entscheidende Vorarbeit, sondern gestalten oft auch das Konzert aktiv mit. An diesem Abend sind es Miriam Müller als Konzertmeisterin, Jürg Eichenberger (Cello) und Markus Wieser (Viola), die vieles zusammenhalten. Die Sopranistin Brigitte Fournier singt ihre Solostellen im «Stabat Mater» rein, mit viel Glanz in der Höhe. Stimmungsvoll zieht ihre Stimme langsam ins Forte. […]»
(Neue Luzerner Zeitung, März 2013)
Kleines mit grossem Format. Beat Diary von Julian Sartorius
«Die Aufgabe, die sich der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius vorgenommen hatte, ist rasch erklärt: ein Jahr lang jeden Tag einen Beat aufnehmen, dazu passend eine Foto machen und das Ganze als Tagebuch präsentieren. Was recht einfach klingt, entpuppt sich bei jedem neuen Reinhören als faszinierender Einblick in eine ganz persönliche Suche nach dem Klang der Welt.
Das Paket ist imposant: Zwölf hochwertig gepresste LPs in einer von Hand gefertigten und grafisch sehr schön gestalteten Leinen-Box, dazu ein fast zweihundertseitiges Buch mit 365 Fotografien. Was daherkommt wie eine Kompilation einer längeren Schaffensperiode ist der künstlerische Solo-Output eines Schlagzeugers im 2011. "Paula Troxler, eine Illustratorin aus Zürich, hatte ein Projekt, in dem sie ein visuelles Tagebuch mit je einer Zeichnung für jeden Tag machte. Das wollte ich auch machen, einfach mit Beats."
[…] Ohne Umschweife zog es ihn nach einer kurzen Lehre als Musikfachverkäufer in der Berner Spitalgasse an die Jazzschule Luzern, um sich von Pierre Favre, Fabian Kuratli und Norbert Pfammatter ausbilden zu lassen.
[…] «Mich reizte je länger je mehr, wieder in intimerem Rahmen und improvisierten musikalischen Kontexten zu spielen und dabei wieder mehr an klanglichen Details zu tüfteln." So fing Sartorius am 1. Januar 2011 sein ganz persönliches Beat-Tagebuch an. Ausgerüstet mit einem Zoom Z4n Handheld Recorder zeichnete er jeden Tag eine kleine Soundskizze auf, mal in einem isländischen Hotelzimmer, dann auf einer Rolltreppe irgendwo unterwegs […]. "Mich interessierte jeweils sehr, wie der Ort tönt, an dem ich gerade bin [...]
Und obwohl keiner der 365 Klangeinträge mehr als drei Minuten dauert, findet sich in ihnen alles - vom einfachen Schlagmuster bis zur komplexen mehrstimmigen Komposition, vom zufälligen Schnappschuss bis hin zur geplanten und ausformulierten Geschichte - und offenbaren damit einen intimen Blick in den Klang der Welt des Julian Sartorius.»
(Christof Thurnherr, Jazz N‘ More, März 2013)
[…] «Mich reizte je länger je mehr, wieder in intimerem Rahmen und improvisierten musikalischen Kontexten zu spielen und dabei wieder mehr an klanglichen Details zu tüfteln." So fing Sartorius am 1. Januar 2011 sein ganz persönliches Beat-Tagebuch an. Ausgerüstet mit einem Zoom Z4n Handheld Recorder zeichnete er jeden Tag eine kleine Soundskizze auf, mal in einem isländischen Hotelzimmer, dann auf einer Rolltreppe irgendwo unterwegs […]. "Mich interessierte jeweils sehr, wie der Ort tönt, an dem ich gerade bin [...]
Und obwohl keiner der 365 Klangeinträge mehr als drei Minuten dauert, findet sich in ihnen alles - vom einfachen Schlagmuster bis zur komplexen mehrstimmigen Komposition, vom zufälligen Schnappschuss bis hin zur geplanten und ausformulierten Geschichte - und offenbaren damit einen intimen Blick in den Klang der Welt des Julian Sartorius.»
(Christof Thurnherr, Jazz N‘ More, März 2013)
Lauren Newton – Stimme als Instrument
«Ihr Ausdrucksrepertoire ist riesig: es reicht von Blues über Jazz und Swing bis hin zur Neuen Musik und zur freien Improvisation.»
Das Interview mit Lauren Newton in Jazz’N‘More, Ausgabe März/April, Nr. 2/2013
Global, lokal, individuell
«Herbie Kopf gehört zu den prägenden Musikern der Zürcher Jazzszene. Sein neues Album «Dreist» lebt aber von globalen Einflüssen. Der Bassist präsentiert es derzeit auf Tournee mit seinem Quintett Swilit. […]
[…] Er hat sich am E-Bass dadurch profiliert, dass er wie nur wenige Kollegen befähigt ist, die sogenannte ternäre, swingende Rhythmik in traditionellen Walking-Bass-Linien zu realisieren. Und doch ist es der Reichtum der zumeist binären, federnden brasilianischen Grooves, die auf das Instrument zugeschnitten sind. Diese «brasilianische» Note verleiht Kopfs Bassspiel und seinen oft komplex verwobenen Kompositionen Geschmeidigkeit, Eleganz.
Das beweist er mehr denn je auf dem neuen Album «Dreist», das er mit Swilit eingespielt hat. Im Bandnamen stecken die Anfangsbuchstaben von Switzerland und Litauen – tatsächlich handelt es sich um ein helvetisch-baltisches Quintett. […] Bei Swilit spielen neben Kopf am Bass und dem namhaften Schweizer Saxofonisten Reto Suhner auch drei Litauer mit: der Trompeter Mindaugas Vadoklis, der Pianist Dmitrij Golovanov und Marijus Aleksa am Schlagzeug.
Wo aber steckt das Schweizerische in Kopfs Jazz? Auf «Dreist» überzeugt Swilit durch ein geschliffenes Zusammenspiel, das den kontrapunktisch gestalteten Stücken Glanz und Frische verleiht. Die Grooves variieren zwischen Funk und Latin, zwischen geraden und ungeraden Metren. Aleksa brilliert durch eine angenehme Kombination von Gelassenheit und gewitzter Aufdringlichkeit. Suhner sorgt oft für ein expressives Feuer, Vadoklis für lyrischen Glanz. […]
Charakteristisch aber sind die sauberen Arrangements, die für einen aufgeräumten Sound sorgen. Die Stimmen greifen hier oft so fix und pünktlich ineinander wie ein Schweizer Uhrwerk. Helvetische Qualitäten: Sie bewähren sich auch in der weiten Welt des Jazz.
(Ueli Bernays, Neue Zürcher Zeitung, März 2013)
Neue Musik ohne Etikett
«Luzia von Wyl schreibt ihren Ensemble-Musikern die Stimmen auf den Leib. Stilgrenzen sind ihr dabei egal.
Basel, Badischer Bahnhof. […] Hier [Gare du Nord] also spielt heute das Ensemble der jungen Luzerner Komponistin und Pianistin Luzia von Wyl – obwohl ihre Musik so ganz anders tönt als alles, was hier sonst unter «Neue Musik» läuft: ein bisschen Minimal, ein bisschen Improvisation, Geräuschhaftes und Harmonisches – und all das pulsierend verbunden durch viel Rhythmus. Oft möchte man fast mitwippen oder gerät ins Träumen – ein Musikverständnis, das in der Szene der Neuen Musik eher verpönt ist.
Denkt Luzia von Wyl, komponierte Musik sollte wieder mehr «gefallen»? «Nein, Musik muss nicht zwingend gefallen, aber sie darf es auf jeden Fall! Ich habe auch nicht immer die Absicht, zu gefallen, oft will ich eher aufschrecken», sagt sie. […]
Nicht jeder will improvisieren
Dazu hat sich die Komponistin Musiker aus beiden Sparten in ihr Ensemble geholt. Jazzmusiker und klassische Musiker spielen Seite an Seite – aber mit unterschiedlichen Parts. Luzia von Wyl hat den Musikern die Stimmen sozusagen auf den Leib komponiert: «Jeder hat seinen musikalischen Charakter. […]» Mittlerweile kenne sie die Leute so gut, dass sie für jeden so komponiere, dass er optimal zur Geltung kommen kann. Für die einen sie alles streng aufnotiert, für andere sei mehr Freiraum eingeplant. […]
Erste Platte
In dieser Besetzung nimmt das Luzia von Wyl Ensemble diesen Frühling unterstützt von DRS 2 auch sein erstes Album auf. Darauf wird der erste Teil des geplanten vierteiligen Jahreszeiten-Zyklus der Komponistin eingespielt, «Herbst» und «Winter». Mit «Herbst» war das Ensemble vor drei Jahren auf Tournee, der zweite Teil «Winter», steht 2013 auf dem Programm.
(Dominique Chantal Müller, Das Kulturmagazin, März 2013)
Jean-Paul Brodbeck
Trio in zwei Variationen
«Nach New York wollen es junge aufstrebende Jazzmusiker irgendwann alle mal geschafft haben; […] Dieses Gütesiegel steckt nun auch in der Vita von Jean-Paul Brodbeck, der es bekanntlich nicht mehr braucht. Der gefragte Pianist hat die Zeit im Big Apple produktiv genutzt und ist mit einem handfesten Ergebnis zurück in die Schweiz gekommen.
[…] Im April letzten Jahres buchte Brodbeck zwei Tage bei den Avatar Studios und nahm dort seine neuen Stücke auf. Dabei waren seine «favorite players» aus den vielen Jamsessions, die sich in dem halben Jahr Big Apple ergeben hatten: Der Bassist Ben Street sowie die beiden Drummer Jochen Rückert und JoJo Mayer. […]
«Weil ich mit beiden Schlagzeugern arbeitete, inspirierten mich auch ihre Sounds für meine Kompositionen. Genau das mag ich sehr: komponieren mit Blick auf die Musiker, die mich begeistern.» […] Auf «A Different Mind» (Yellowbird/Soulfood) präsentiert Brodbeck nun sein New Yorker Trio in zwei Variationen […]. Nicht nur weil Ben Street überall das Rückgrat bildet, klingt das Album wie aus einem Guss.»
(Uli Lemke, Jazzthing, Februar/März 2013)
Trio in zwei Variationen
«Nach New York wollen es junge aufstrebende Jazzmusiker irgendwann alle mal geschafft haben; […] Dieses Gütesiegel steckt nun auch in der Vita von Jean-Paul Brodbeck, der es bekanntlich nicht mehr braucht. Der gefragte Pianist hat die Zeit im Big Apple produktiv genutzt und ist mit einem handfesten Ergebnis zurück in die Schweiz gekommen.
[…] Im April letzten Jahres buchte Brodbeck zwei Tage bei den Avatar Studios und nahm dort seine neuen Stücke auf. Dabei waren seine «favorite players» aus den vielen Jamsessions, die sich in dem halben Jahr Big Apple ergeben hatten: Der Bassist Ben Street sowie die beiden Drummer Jochen Rückert und JoJo Mayer. […]
«Weil ich mit beiden Schlagzeugern arbeitete, inspirierten mich auch ihre Sounds für meine Kompositionen. Genau das mag ich sehr: komponieren mit Blick auf die Musiker, die mich begeistern.» […] Auf «A Different Mind» (Yellowbird/Soulfood) präsentiert Brodbeck nun sein New Yorker Trio in zwei Variationen […]. Nicht nur weil Ben Street überall das Rückgrat bildet, klingt das Album wie aus einem Guss.»
(Uli Lemke, Jazzthing, Februar/März 2013)
Dani Häusler und die «Sammlung Dür»
«Im Auftrag von Schweizer Radio International hat Fritz Dür die gesamte Schweizer Musikszene der 1950er und 1960er Jahre abgebildet. Daraus entstanden ist die einzigartige «Sammlung Dür». Mit dieser Sammlung beschäftigt sich Klarinettist Dani Häusler als Dozent der Musikhochschule Luzern. […]
Die Musikhochschule Luzern hat den Auftrag erhalten, das vorhandene Material zu sichten und zu prüfen, was damit zu machen sei. So hat Klarinettist Dani Häusler die «Sammlung Dür» kennengelernt. «Das Interessante an dieser Sammlung ist, das sie querbeet alles Mögliche enthält: Volksmusik, Ländler, Jodel und auch Unterhaltungsmusik», sagt Dani Häusler.
In der «Fiirabigmusig» präsentiert Dani Häusler immer Mittwochs um 18.30 Uhr eine Perle aus der «Sammlung Dür».
(Radio SRF Musikwelle, Februar 2013)
Vom Kabarett zum Untergang
Szenenwechsel. Mit ihrer Schostakowitsch-Woche ging die Luzerner Musikhochschule neue Wege. Und präsentierte nicht nur den Komponisten von der besten Seite.
Die Leningrader Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch sei für ihn das wichtigste Stück des letzten Jahrhunderts, erzählte mir vor drei Jahren der Luzerner Maler Hans Erni. […]
Eine Sichtweise, Musik als Spiegel und Ausdruck eines Zeitgefühls, wird heute im Zusammenhang mit Schostakowitsch nur noch selten diskutiert. Aktuelle Werkbetrachtungen drehen sich vor allem um die Frage des Komponisten Verhältnis zu Stalins Diktatur. War er eher Opportunist oder doch versteckter Widerstandskämpfer?
Und mit dieser «Leningrader», des Künstlers Antwort auf die Belagerung der «stärksten Festung der Welt», krönt die Musikhochschule Luzern am Freitagabend ihre Konzertwoche im Konzertsaal des KKL. Dabei ist es erstaunlich, wie die Junge Philharmonie Zentralschweiz solch ein ausuferndes Werk selber, mit wenigen Zuzügern ergänzt, stemmen kann. […]
Gut hundert Musiker füllen das Bühnenrund und zeigen sich auch musikalisch dem wuchtigen Geschehen gewachsen […]. Von Beginn weg ist der Ton kompakt, der Klangausgleich über weite Strecken hervorragend. Bei fast gleich vielen Bläsern und Schlagzeugern wie Streichern eine Knacknuss des Werkes. Der in Russland aufgewachsene Dirigent Dmitry Sitkovetsky leitet jedoch souverän. Ganz dem Gesamtbild und dem grossen musikalischen Bogen verpflichtet, erwirkt er eine schlüssige, kompakte Interpretation […].
Gerade aber so die absurde Steigerung des ersten Satzes zur Entfaltung bringend. Ein unglaublich weiter Bogen, in welchem die Musiker über eine Viertelstunde hinweg nie die Spannung verlieren. Erlesen die kühle Ruhe der Pianissimostellen. Zwar erleichtert hier die Komposition mit ihren vielen Soloteilen eine klare Spurführung. Die jedoch auch im Streichertutti vorhandene Zartheit ist exzellent. Zahlreiche Solisten auf Klarinette, Fagott, Oboe, Flöte oder Bassklarinette runden das ausgezeichnete Bild ab.
[…] Interessante Parallelen zwischen Russland, Europa, den USA und ihren jeweiligen architektonischen und kulturellen Gesichtsgebungen versuchte beispielsweise Gian Casper Bott (Kunsthistoriker, Basel) aufzuzeigen. Denn neu fand ein zweitägiges Symposium im Dreilindensaal statt. «Es war uns ein Anliegen, Schostakowitsch von vielen Seiten zu beleuchten», erklärte Michael Kaufmann, Direktor der Musikhochschule, «einen direkten Blick auch auf die Zeit zu geben. Gleichzeitig konnten wir so ein Fenster öffnen, das auch unserer wissenschaftlichen Richtung eine öffentliche Plattform bietet, schliesslich ein wichtiger Bereich einer jeden Hochschule.»
Einer der Höhepunkte der Woche war sicherlich die szenische Aufführung des Varieté-Stückes «Der Fall YY» im Theater Pavillon […] Geschaffen 1931, […] seither nie mehr in Szene gesetzt, wurde das Stück für diese Schostakowitsch-Woche ausgegraben.
Hat diese gelungene «Entdeckung» die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hat? Kaufmann: «Die Vorführung war mit je 120 Personen drei Mal praktisch ausverkauft, und es gab auch russische Medien, die darüber berichteten. So zum Beispiel die in der Schweiz produzierte russische Online-Zeitung nashagazeta.ch.»
Hat sich der immense Aufwand also gelohnt? «Sicherlich», ist Kaufmann überzeugt. «Für das musikalische Material, das wir hier aufgearbeitet haben, gibt es bereits Interessenten. Ebenso für unsere Aufführung, die wir hoffentlich noch in anderen Schweizern Theatern werden darbieten können.» Fazit: eine spannende Woche, die nicht nur Schostakowitsch, sondern vor allem die Musikhochschule Luzern von ihrer besten Seite zeigte.»
(Roman Kühne, Zentralschweiz am Sonntag, 3. Februar 2013)
Am Schluss wird die Folklore surreal
«Szenenwechsel. Der Musikhochschule gelingt die Schostakowitsch-Sensation. So pfiffig wie die Musik allerdings ist der Abend szenisch nicht.
Was für ein Auftakt! Die zwölf in der linken Ecke der Bühne zusammengedrängten Musiker legen los, dass einem die musikalischen Fetzen um die Ohren fliegen. Trommel und Trompeten machen Kriegslärm, die Posaune jault wie später die richtige Sirene, Klarinette und Akkordeon lassen russische Volksmusikmelancholie und ausgelassenen Klezmer anklingen, später mischen Flöte und Violine ins turbulente Geschehen süsse Stimmungen, wie man sie aus Fellini-Filmen kennt.
Da ist auf Anhieb klar: Die szenische Wiederbelebung von Schostakowitschs 1931 uraufgeführtem Varieté «Der Fall ‹YY›» ist im Rahmen des Szenenwechsel-Festivals der Musikhochschule Luzern in erster Linie ein musikalisches Ereignis. Unter der Leitung von Ludwig Wicki setzen die Musiker diese «Zirkus- und Estradenmusik» des 25-jährigen Schostakowitsch mit einer Präzision und Beweglichkeit um, die frisch, frech und mitunter bedrängend aggressiv wirkt. Selbst die lyrischen Passagen bekommen trotz der trockenen Akustik des Raums eine angemessene Präsenz. […]
Unentschieden zwischen Stummfilm-Pantomime und tänzerischer Bewegung bleibt zunächst auch die Bewegungssprache der Darsteller. Der unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Dimitri bekannt gewordene Gastpantomime Thomas Usteri sowie je zwei Studenten und Studentinnen aus den Studienbereichen «Gesang» und «Musik und Bewegung» zeigen hier das Resultat aus vorangegangenen Workshops. […]
Tief in die Trickkiste des Pantomimen greift Usteri auch beim Slapstick mit seiner Geige, wo etwas vom akrobatischen Nervenkitzel der Uraufführung von 1931 spürbar wird. Und wenn die vielfältig einbezogenen Musiker einmal ihre Plätze verlassen und stumm wie ein Geisterorchester Schostakowitschs Musik weiterspielen, ist das wie der Auftakt zu einem Finale, das mit der zunehmenden Verschiebung ins Poetische und Surreale doch noch den grenzsprengenden Zug von Schostakowitschs Frühwerk einlöst.
Alles in allem ist das ohne Zweifel die ambitionierteste und spannendste szenische Produktion der Musikhochschule der letzten Jahre. Und ein starker Auftakt zum Musikfestival «Szenenwechsel», das noch bis Samstag Schostakowitsch ins Zentrum rückt.»
(Urs Mattenberger, Neue Luzerner Zeitung, 29. Januar 2013)
Vom Übungsraum auf die Jazz-Bühne
«Thalwil. Immer wieder treten im Hotel Sedartis Koryphäen des Jazz auf. Doch am Samstagabend gehörte die Bühne des Jazz-Clubs Thalwil für einmal Schweizer Jungtalenten.
«So etwas gab es auf dieser Bühne noch nie», sprach Bobby Keller vor dem Konzert zum Publikum. Damit meinte der Präsident des Jazz-Clubs Thalwil (JCT) die besondere Band, die aus einem Schulprojekt entstanden ist. Denn «The Grassroot Ensemble» setzt sich zusammen aus Studierenden und Lehrern der Musikhochschule Luzern und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
[…] Insbesondere mit ihren improvisierten Einlagen vermochten die sechs Jungtalente und ihre zwei Lehrer das vorwiegend ältere Publikum in den Bann zu ziehen. […] Der langhaltende Schlussapplaus bewies, dass das Publikum am Projekt der beiden Hochschulen Gefallen gefunden hat. Und auch Thommy Jordi, E-Bassist und Lehrer der Luzerner Musikhochschule, war zufrieden: «Für uns ist das ein toller Rahmen. Die Studierenden lernen so, in Kürze etwas auf die Beine zu stellen und vor Publikum aufzuführen. So üben wir quasi den Ernstfall.» […]
(Markus Hausmann, Zürichsee-Zeitung, 28. Januar 2013)
Am Übergang vom Klang zum Wort
«Hörspiel. Mit Luzerner Studenten hat Susanne Abbuehl Texte der amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson vertont. Ein feines Hörstück.
[…] Für das Hörspiel «Der Gaukler Tag» hat Susanne Abbuehl, die an der Hochschule Luzern – Musik Jazzgesang lehrt, einige Texte und Textfragmente ausgewählt. Lauren Newton liest in Englisch, Marie Jung die deutschen Übersetzungen von Gunhild Kübler.
[…] Studierende der Hochschule Luzern – Musik, neun Frauen und ein Mann, geben den Chor zu dieser Interpretation, die den lyrischen Formen nachlauscht, sich jeder Deutung oder Erklärung versagt und in die Tiefe dieser rätselhaften Texte reicht. Es sind die Atmosphären, die die Musik aufnimmt, die Gefühlsregungen, die darin ihren Ausdruck finden.
Das feine Hörstück beginnt am Rande des Klangs, mit Stimmgeräuschen. Manchmal beginnt sich aus mehrstimmigen Melodielinien ein Lied zu formen und hebt sich schwebend wieder auf. Susanne Abbuehl gelingt es mit dieser traumwandlerischen Musik, die Gedichte der Emily Dickinson und ihre Briefzeilen als fernverwehende Rufe in den Klang hineinzuführen, ohne auf ein planes Begleiten oder Übertragen von Worten zu Musik zu verfallen. Es ist eine zweite Sprache, die ihr Eigenrecht behauptet und doch adäquat aufgreift, was die Worte vorgeben.»
(Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 15. Januar 2013)
Rap trifft Barock – und lässts krachen
«KKL. Der Rapper Greis geht in die Klassik. Die Genre-Grenzen werden aber nur teilweise überwunden. Trotzdem ist es ein spannungsvoller Abend.
Der Schlussapplaus ist gewaltig, das Publikum begeistert. Die Uraufführung von «The Power of Musick» elektrisiert am Freitagabend die Zuschauer im KKL. Die Mischung aus Rapper, Opernsänger, Riesenchor und Kammerensemble überschwemmt den Konzertsaal mit einer vielfältigen Gefühlswelle. […]
Es ist dem Komponisten Stephan Hodel auch ein spezielles Anliegen, die verschiedenen Parteien gleichgewichtig einzusetzen: «Als der Dirigent Pirmin Lang mit dieser Idee an mich herantrat, war es von Anfang an klar, dass Chor und Orchester mehr Kommunikationspartner, denn Begleiter der Solisten sein würden». Eine entsprechende Klangbalance ist bereits in der Komposition angelegt. […]
Stark, wie sich die Komposition von einfachen Anfängen in immer mehr Komplexität und Heftigkeit hineinschraubt. Die wuchtigen Tutti-Stellen lassen es buchstäblich im Saal krachen. […]
Vater dieser Projekte ist der Dirigent Pirmin Lang. Neben seiner offensichtlich hervorragenden Leitungsarbeit ist er auch die Energie hinter der in den letzten Jahren eingeleiteten Neuausrichtung des Händel-Chores. .[…] Und wie das Konzert zeigt, sicherlich ein erfolgreicher Weg, um einen traditionellen Chor in eine attraktive Zukunft zu führen.
(Roman Kühne, Neue Luzerner Zeitung, 13. Januar 2013)
Tolles Ensemble und virtuose Solisten
Engelberg. Spitzenbläser wird es in unserem Land auch in Zukunft geben. Davon konnten sich die Besucher des Dreikönigskonzertes im Kursaal überzeugen.
«Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!» Mit diesen Worten begrüsste Martha Bächler vom Gönnerverein Musik und Kultur Engelberg am Samstag die rund 300 Besucherinnen und Besucher des 35. Dreikönigskonzertes. In der Tat: Wer die Qualität des Ensembles der Hochschule Luzern – Musik zu geniessen vermochte, wird diesem unmissverständlichen Zitat wohl zustimmen.
Das Konzert wurde unter der Leitung von Ludwig Wicki von einem grossen Blechbläserensemble mit Fanfaren von Leonard Bernstein (1918-1990) eröffnet. Schon die ersten Klänge liessen vermuten, dass der kolossale Sound des Orchesters den Kursaal akustisch hin und wieder an sein Grenzen bringen würde. […]
Erstmals im Kreise von angehenden Berufsmusikern spielte auch der aus einer musikalischen Giswiler Familie stammende Remo Abächerli mit. «Ich befinde mich im Vorstudium an der Musikhochschule und darf deshalb bereits in der <Bone Connection> mitspielen», erklärte er uns noch vor Konzertbeginn. […] Abächerli erwähnt neue Erfahrungen als Musikstudent: «Man hat gut vorbereitet an die Proben zu kommen. Die persönliche Technik vorausgesetzt, wird im Ensemble an der Dynamik, der Stimmung und am Zusammenspiel gearbeitet. » […]
Das Finale des Dreikönigskonzertes stammte aus der Feder von Leonard Bernstein. […] Das Publikum war vom finalen Blech-Feuerwerk begeistert und erklatschte sich mit «Mr Jums» aus der Serie Brass Cats von Chris Hazel (*1948) eine Zugabe.»
(Primus Camenzind, Neue Luzerner Zeitung, 7. Januar 2013)


