Max von Moos-Förderpreis 2011
Mit seiner Masterarbeit “10 Walklines durch Littau und Reussbühl“ gewinnt Matteo Hofer den Max von Moos-Förderpreis von CHF 5’000. Übergeben wurde der Preis von Prof. Dr. Stanislaus von Moos, Mitglied des Stiftungsrat, im Rahmen der Vernissage vom 24. Juni 2011.Laudatio von Stanislaus von Moos
Die Masterarbeit “10 Walklines durch Littau und Reussbühl“ überzeugt die Jury der Max von Moos-Stiftung durch ihre Vielschichtigkeit, Intelligenz und Sorgfalt. Matteo Hofer schlägt in seiner Arbeit zehn unterschiedliche Spaziergänge durch den neuen Stadtteil Littau/Reussbühl im Norden von Luzern vor. Diese führen auf geraden Wegen, über Spiralbewegungen und Umwegen durch das urbane Gebiet, in Gewerbe- und Grünzonen. Diese Routen entwickelt er einerseits aus seinem zeichnerischen Werk, das die Linienbewegungen der Spaziergänge mitbestimmt, andererseits aus einer monatelangen Recherche vor Ort, in denen er seine Routen ausprobiert und perfektioniert hat.

Die “10 Walklines durch Littau und Reussbühl“ bezeichnet Matteo Hofer als Partituren, und er beschreibt sie auf zehn kleinen Wanderkarten minutiös. Damit erschliesst er ein bisher für viele unbekanntes Gebiet. Mit Texten und Zitaten auf der Rückseite dieser Karten schreibt er den neuen Stadtteil Littau/Reussbühl in die Kulturgeschichte und die Weltliteratur ein.
Die Arbeit hat so gleichzeitig eine intensiv sinnliche und konkrete Seite, und sie ist andererseits konzeptuell. In der Arbeit “10 Walklines durch Littau und Reussbühl“ kommen Zeichnung, Wanderkarte, Stadtplan und Text in der Form eines professionellen graphischen Produkts zusammen. Gleichzeitig liefert der Künstler dem potentiellen Nutzer seiner Karten die Anleitung, wie sich dieser selber mit seinem Körper in den Stadtraum einzeichnen kann.

Matteo Hofer schliesst mit seiner Arbeit an die Spaziergangwissenschaft eines Lucius Burckhardt an, und er knüpft an wichtige Themen der Stadttheorie der letzten Jahrzehnte an. Gleichzeitig nimmt er das Format des Spaziergangs als Denkraum für Kreative in der Tradition von Jean-Jacques Rousseau auf.
Mit seiner Masterarbeit “10 Walklines durch Littau und Reussbühl“ zeigt Hofer vorbildlich die Funktion von Kunst im öffentlichen Raum als Wahrnehmungserweiterung und –verschiebung für ein zufälliges Publikum im Stadtraum.
Die Arbeit ist ein herausragendes Beispiel für die Ausbildung des Master of Arts in Fine Art im Major Art in Public Spheres an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.
Max von Moos-Förderpreis
Die Max von Moos-Stiftung vergibt 2011 zum zweiten Mal den Max von Moos-Förderpreis in Gedenken an den Künstler und Dozenten Max von Moos, der von 1933-1969 an der damaligen Kunstgewerbeschule, heute Hochschule Luzern – Design & Kunst tätig war. Die Max von Moos-Stiftung vergibt den Förderpreis im Bereich Kunst, in deren Abschlussarbeit sich diejenigen Werte ausmachen lassen, die auch die künstlerische Arbeit von Max von Moos bestimmt haben, nämlich autorschaftlich bestimmte, weltanschaulich engagierte Formen der Auseinandersetzung mit Welt durch künstlerische Arbeit. Mit dem Preis sollen junge Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet und bestärkt werden, die zum Abschluss ihrer Ausbildung ein überzeugendes, eigenständiges und eigensinniges Werk entwickelt haben.

