Förderpreis Design 2010/Master
Design, das bewegt
Tanja Meisser gewinnt Förderpreis Design 2010
Das Institut Design der Hochschule Luzern vergab zum ersten Mal einen Förderpreis an eine Master-Absolventin bzw. einen -Absolventen. Der Preis zeichnet junge Design-Persönlichkeiten für ihr Bewusstsein für verantwortungsvolles Design aus. Gesucht wurde die Arbeit, welche gesellschaftlich besonders relevant ist. Denn wer bewegt, trägt Verantwortung.Ausgezeichnet wurde Tanja Meisser für ihre Arbeit "Umbau nach Anleitung".

Tanja Meisser
Laudatio von Meret Ernst, Redaktorin Kultur und Design, Hochparterre
Design, das bewegt: dieses Motto beschreibt einen hohen Anspruch – es ist der nach gesellschaftlicher Relevanz designerischen Tuns, gewiss der nach Nutzen und kulturellem Wert der Resultate, die bei diesem Tun entstehen. Design, das bewegt, darf nicht unnütz herumstehen, oder gar besseren Lösungen den Weg versperren. Dasselbe gilt für die Macherinnen und Macher. Sie müssen sich darüber bewusst sein, was sie tun, und wie sie es tun.
Heisst mit anderen Worten: gesucht und ausgezeichnet werden Projekte, die verantwortlich mit Ressourcen umgehen, seien sie materieller oder ideeller Art. Die Jury – Nina Scheu, André Netthoevel, Guido Styger, Eva Gerber – , in deren Namen ich sprechen darf, hat heute aus drei Projekten ausgewählt. Wie immer fällt die Wahl nicht leicht, legte doch jede Arbeit den Schwerpunkt in anderen Bereichen. Die Analyse ins Zentrum stellte Tanja Meisser mit ihrem Versuch, das Thema Umbau grundsätzlich anzugehen. Begutachtet haben wir zweitens eine mäandrierende Reise von einem Bildatlas zu einer Kritik an immer noch vorherrschenden Frauenbildern von Nora Cista. Und schliesslich haben wir uns intensiv über die Relevanz von TV-Serien für Kinder unterhalten – anhand des Films „Mungge“ von Claudia Röthlin, Irmgard Walthert und Adrian Flückiger.
Alle drei hätten den Preis verdientermassen verdient, aber eine Arbeit schwang oben aus, die Arbeit von Tanja Meisser.
Ihre Arbeit “Umbau nach Anleitung“ wurde im Master Design, Major Product Design & Management eingereicht. Der Titel sagt, was die Arbeit will: eine fundierte Anleitung vermitteln, wie man vorgehen soll, will man bestehende gebaute Substanz weiter nutzen. Genau darum geht es: in der Schweiz gehört ein Drittel der Gebäude zur Kategorie Altbau, wurde also vor 1945 gebaut. Mit dieser Substanz sinnvoll umzugehen, ist wichtig und entscheidet über den nachhaltigen Umgang mit einer Ressource, die endlich ist: dem Boden. Und doch wird das Thema in der Ausbildung vernachlässigt, wie Tanja Meisser recherchiert hat. Wie kann der – materielle und immaterielle Wert gebauter Substanz erhalten werden, auch wenn sich Bedürfnisse ändern? Wie kann der enorm wachsende Flächenbedarf durch gescheites Um- und Weiterbauen gebremst werden? Wie können wir durch Umbauen nachhaltig bauen? Der Begriff Umbauen umfasst dabei eine ganze Palette von möglichen Handlungsweisen. Diese in ein Planungsschema zu fassen, hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht. Das Schema hilft, Abhängigkeiten und Zielkonflikte zu erkennen und zu benennen – auf dass richtig damit umgegangen wird mit den Anforderungen zwischen Profit, kulturellem Erbe und den Ressourcen. Zusätzlich hat Tanja Meisser die Probe aufs Exempel gemacht und sich so gleich noch eine mögliche Auftraggeberschaft gewonnen.
Die Jury freut sich, diesem Projekt, das einen starken Forschungsaspekt aufweist, auszuzeichnen und hofft darauf, dass aus dem Projekt nicht nur eine individuelle Erkenntnis erwachsen ist, sondern dass die Resultate in geeigneter Form an möglichst viele Architektinnen, Innenarchitekten, Bauherren und Denkmalpflegerinnen und Städtebauer weitergereicht wird.
Heisst mit anderen Worten: gesucht und ausgezeichnet werden Projekte, die verantwortlich mit Ressourcen umgehen, seien sie materieller oder ideeller Art. Die Jury – Nina Scheu, André Netthoevel, Guido Styger, Eva Gerber – , in deren Namen ich sprechen darf, hat heute aus drei Projekten ausgewählt. Wie immer fällt die Wahl nicht leicht, legte doch jede Arbeit den Schwerpunkt in anderen Bereichen. Die Analyse ins Zentrum stellte Tanja Meisser mit ihrem Versuch, das Thema Umbau grundsätzlich anzugehen. Begutachtet haben wir zweitens eine mäandrierende Reise von einem Bildatlas zu einer Kritik an immer noch vorherrschenden Frauenbildern von Nora Cista. Und schliesslich haben wir uns intensiv über die Relevanz von TV-Serien für Kinder unterhalten – anhand des Films „Mungge“ von Claudia Röthlin, Irmgard Walthert und Adrian Flückiger.
Alle drei hätten den Preis verdientermassen verdient, aber eine Arbeit schwang oben aus, die Arbeit von Tanja Meisser.
Ihre Arbeit “Umbau nach Anleitung“ wurde im Master Design, Major Product Design & Management eingereicht. Der Titel sagt, was die Arbeit will: eine fundierte Anleitung vermitteln, wie man vorgehen soll, will man bestehende gebaute Substanz weiter nutzen. Genau darum geht es: in der Schweiz gehört ein Drittel der Gebäude zur Kategorie Altbau, wurde also vor 1945 gebaut. Mit dieser Substanz sinnvoll umzugehen, ist wichtig und entscheidet über den nachhaltigen Umgang mit einer Ressource, die endlich ist: dem Boden. Und doch wird das Thema in der Ausbildung vernachlässigt, wie Tanja Meisser recherchiert hat. Wie kann der – materielle und immaterielle Wert gebauter Substanz erhalten werden, auch wenn sich Bedürfnisse ändern? Wie kann der enorm wachsende Flächenbedarf durch gescheites Um- und Weiterbauen gebremst werden? Wie können wir durch Umbauen nachhaltig bauen? Der Begriff Umbauen umfasst dabei eine ganze Palette von möglichen Handlungsweisen. Diese in ein Planungsschema zu fassen, hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht. Das Schema hilft, Abhängigkeiten und Zielkonflikte zu erkennen und zu benennen – auf dass richtig damit umgegangen wird mit den Anforderungen zwischen Profit, kulturellem Erbe und den Ressourcen. Zusätzlich hat Tanja Meisser die Probe aufs Exempel gemacht und sich so gleich noch eine mögliche Auftraggeberschaft gewonnen.
Die Jury freut sich, diesem Projekt, das einen starken Forschungsaspekt aufweist, auszuzeichnen und hofft darauf, dass aus dem Projekt nicht nur eine individuelle Erkenntnis erwachsen ist, sondern dass die Resultate in geeigneter Form an möglichst viele Architektinnen, Innenarchitekten, Bauherren und Denkmalpflegerinnen und Städtebauer weitergereicht wird.
Nominierte Absolventinnen und Absolventen
Tanja Meisser
Major Product Design & Management, Track Products
Umbau nach Anleitung
Adrian Flückiger, Claudia Röthlin, Irmgard Walthert
Adrian Flückiger, Claudia Röthlin, Irmgard Walthert
Major Animage, Track Pilot
Mungge
Nora Cäcilia Cista
Nora Cäcilia Cista
Major Animage, Track Pix
Hausfrauen
Jury Förderpreis Design 2010
Jury Förderpreis Design 2010
- Dr. Meret Ernst, Redaktorin Kultur und Design, Hochparterre
- Guydo Styger, Produktdesigner
- Andreas Netthoevel, Grafiker
- Nina Scheu, Kulturjournalistin
- Prof. Eva Gerber, Leiterin Institut Design, Hochschule Luzern

