Nominierte Abschlussarbeit Video
Manuel Wiedemann
Störfaktor
Begründung für die Nomination
Verantwortung
Seinem persönlichen Anliegen, das Publikum verständnisvoll an der (Gedanken)Welt eines Jugendlichen, den die Gesellschaft sonst als Störfaktor sieht, teilhaben zu lassen, wird der Autor vollumfänglich gerecht. Sowohl in den Vorbereitungsarbeiten wie in der Realisation war Manuel Wiedemann sehr darauf bedacht, eine ehrliche Position in seiner Doppelrolle als Mitglied der Szene einerseits und kritisch beobachtender und gestaltender Filmemacher andererseits zu finden.Relevanz
Der Autor greift ein gesellschaftlich ebenso relevantes wie brisantes Thema auf: Jugendgewalt. Den Vorurteilen über dumpfe, brutale Schläger setzt er den inneren Monolog eines jungen Hip-Hoppers entgegen, der zunächst vor sich selbst davon-, im Schlussbild schliesslich seinem Schatten vorausrennt. Trotz seines Appells wirkt der Film weder moralisierend noch heroisierend und balanciert geschickt an Klischees vorbei.Innovationspotential
Manuel Wiedemann findet einen innovativen Ansatz zwischen dokumentarischem und inszeniertem Film, der das Konzept der «Grenzgänge» unserer Videoausbildung aufs Beste repräsentiert. Damit dürfte er ein breites Publikum erreichen, das die Hip-Hop-Szene weder ausschliesst, noch sich auf diese beschränkt. Der Film strahlt eine starke Authentizität aus und wird getragen von den spezifischen Werten und Haltungen der Szene, in der er spielt: Arbeiten im Team, reduziert poetischer Off-Text, rasante Kameraführung und Montagetechnik, eine raffiniert komponierte Tonspur, die sich nicht auf die gängigen Hip-Hop-Beats beschränkt.Gestaltung
Wie sein Protagonist konzentriert sich der Autor aufs Wesentliche. Mit einfachen, aber gezielt und konsequent eingesetzten gestalterischen Mitteln gelingt ihm das Kunststück, die Szene in dem ihr eigenen Stil wiederzugeben und gleichzeitg einen ganz persönlichen Stil zu entwickeln. 
