Förderpreis Design 2010/Bachelor
Quentin Crausaz gewinnt den Förderpreis Design 2010/Bachelor mit der Arbeit "Design At the Bottom of the Pyramid -
Product development for the developing world" (Studienbereich Design Management, International)Projektbeschrieb:
Addressing the needs of people at the BoP is radically different to addressing the needs of people in the developed world. Innovative products and brand new approaches are needed.
In order to understand what it takes to adopt such an approach, several elements have been considered. First, the concept “Fortune at the BoP; eradicating poverty through profit” by Prahalad as well as BoP experts’ recommendations are examined.
Second, two best practice examples are analysed in order to find out similarities and key elements regarding the way they are targeting and developing products for the BoP. The key elements and similarities from the analysis of the two companies are then compared with the BoP experts’ recommendations. The aim is to spot similarities and other key elements which have to be considered while developing products for the developing world.
The insights from the comparison serve as a base to develop the “BoP-fit checklist”,
a tool to facilitate the product development process for the BoP. Employed by design managers it can be used to adapt or reinvent the approach to develop and design products adapted for the BoP.

Das Institut Design der Hochschule Luzern vergibt im Jahr 2010 zum zweiten Mal einen Förderpreis an eine Bachelor-Absolventin oder einen Bachelor-Absolventen in deren Abschlussarbeit sich die Vision des Instituts – Design, das bewegt – exemplarisch manifestiert.
Wer bewegt, trägt Verantwortung. Mit dem Preis sollen junge Designer-Persönlichkeiten ausgezeichnet und bestärkt werden, die ein Bewusstsein für und einen überzeugenden persönlichen Umgang mit dieser Verantwortung entwickelt haben.Der Förderpreis ist mit CHF 5000.- dotiert und wird durch eine externe Jury anlässlich des 3. Kontaktabends des Institut Design vergeben.

Förderpreis für „Designer, die bewegen“
Das Institut Design der Hochschule Luzern vergibt im Jahr 2010 zum zweiten Mal einen Förderpreis an eine Bachelor-Absolventin oder einen Bachelor-Absolventen in deren Abschlussarbeit sich die Vision des Instituts – Design, das bewegt – exemplarisch manifestiert.
Wer bewegt, trägt Verantwortung. Mit dem Preis sollen junge Designer-Persönlichkeiten ausgezeichnet und bestärkt werden, die ein Bewusstsein für und einen überzeugenden persönlichen Umgang mit dieser Verantwortung entwickelt haben.Der Förderpreis ist mit CHF 5000.- dotiert und wird durch eine externe Jury anlässlich des 3. Kontaktabends des Institut Design vergeben.

Quentin Crausaz anlässlich der Preisverleihung
Laudatio von Meret Ernst, Redaktorin Design Hochparterre
Was ist förderungswürdig? „Design, das bewegt“, lautet die Antwort der Hochschule Luzern Design & Kunst. Design, das bewegt? Stillstand ist offensichtlich nicht gefragt in einer Disziplin, die stets voranschreitet. Sie tut das, weil neue Materialien entwickelt, Produktionsverfahren verbessert, Bedürfnisse neu geweckt werden. Weil die Wirtschaft nach marktfähiger Innovation verlangt. Weil drängende Probleme des Zusammenlebens gelöst sein wollen, aber auch weil die Menschheit klüger wird – manchmal, zumindest. Doch Bewegung ist nichts, was a priori gut ist. Erst recht nicht, seit viele Entwicklungen offensichtlich in die falsche Richtung zeigen und wir längst wissen, dass wir global gesehen weit über unsere Verhältnisse leben. Das kann nicht gut gehen. Bewegung ja, aber bitte in die richtige Richtung. Wo diese liegt, hat nicht eine, hat nicht einer allein zu entscheiden. Sondern wir alle. Doch wer wie Designerinnen und Designer Vorschläge anbieten, weil sie sich eine andere mögliche Welt plastisch vorstellen können – die befinden sich in der Tat in einer privilegierten Position. Aber auch in einer verantwortlichen Position.
Der Förderpreis für Bachelorarbeiten des Instituts Design prämiert deshalb zum zweiten Mal eine Arbeit, die Verantwortung übernimmt. Ist ein Anliegen erkennbar? Reflektieren die Autorin, der Autor, die gestalterische Haltung und die eigene Rolle im Designprozess? Hat das gewählte Thema die Kraft, mehr Personen als nur den Autor zu erreichen? Ist die vorgeschlagene Lösung überraschend? Und gestalterisch so umgesetzt, dass sie eigenständig, angemessen und überzeugend wirkt?
Nach diesen Kriterien hat die Jury, in deren Namen ich sprechen darf, fünf vorgeschlagene Arbeiten gesichtet, gewichtet, diskutiert und bewertet. André Netthoevel, Nicolas Beucker, Eva Gerber und ich haben uns schliesslich geeinigt – darauf, dass alle fünf Arbeiten bewegen, natürlich, aber auch, dass alle fünf Arbeiten in völlig unterschiedlicher Hinsicht nachhaltig, verantwortungsvoll und gestalterisch eigenständig sind. Und es mehr als verdienen, genannt zu werden:
Franziska Portmann hat für die Biosphäre Entlebuch fünf Picknickdecken entworfen, die nachhaltig produziert werden. Sie hat eine klare Zielgruppe vor Augen und begründet ihre gestalterischen Entscheide. Immanuel Wagner erzählt mit seinem Animationsfilm BAKA! die Geschichte zweier sehr ungleicher Charakter. Eine Arbeit, die darauf abzielt, die condition humaine mit trockenem, aber durchaus zuversichtlichem Humor zu kommentieren.
Aus persönlicher Betroffenheit hat Manuel Wiedemann mit „Störfaktor“ eine filmisch konsequent gestaltete Innensicht eines Hiphoppers erfasst. Philip Schaufelberger schuf mit der Arbeit „Hier. Dort. Diese Strasse“ einen Recherche-Comic. Darin erzählt er unsentimental, aber sorgfältig nach, wie Frauen in der Prostitution und Zwangsprostitution landen – und zwar so, dass er weder billigen Voyeurismus bedient noch die Leserin in eine Depression stürzt. Die Jury wünscht sich sehr, dass der Autor einen Weg findet, seinen Erkenntnisgewinn einer grösseren Leserschaft zu vermitteln. Quentin Crausaz schliesslich nimmt mit seiner Arbeit “Design at the Bottom of the Pyramid – Product development for the developing world“ aufs Korn, was schändliche Tatsache ist: 90 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu dem, was wir unter Design verstehen.
Keine leichte Auswahl, wie Sie sehen. Wie immer findet die Jury einen Weg, sich zu einigen und eine Begründung, wieso sie genau diese Arbeit fördern will. Welche es ist, erfahren Sie gleich: gerne bitte ich zu mir auf die Bühne Quentin Crausaz.
Seine Checkliste soll Designern helfen, Produkte zu entwickeln, die den „Anderen 90 Prozent“ dienen, um den Titel einer bekannten Ausstellung zu zitieren. Produkte also, die reale Probleme lösen – für Menschen, die am Fuss der Einkommenspyramdie leben. Doch wie bringt man Designerinnen und Designer dazu, solche Produkte für den „Bottom of the Pyramid“-Markt zu entwerfen? Worauf müssen sie achten, damit die Produkte ihre Kundinnen und Kunden finden, dass sie ökonomisch sinnvoll zu produzieren sind und so auch längerfristig einen Markt finden? Quentin Crausaz hat den Designprozess analysiert, zwei Best Practice-Produkte verglichen, mit rund 30 Fachleuten gesprochen und diese Recherche in Form einer Checklist operationalisiert. Dabei legte Quentin Crausaz ein ausgereiftes Rollenverständnis als Designmanager an den Tag.
Ohne Frage, das Thema ist relevant und verdient es, weiter bearbeitet zu werden. Auch dahin gehen, dass die Checkliste erst der Anfang ist, auf dessen Grundlagen Quentin Crausaz seine Arbeit als Berater möglichst gewinnbringend weiterführt.
Ich gratuliere im Namen der Jury und wünsche alles Gute.
Nominierte Absolventinnen und Absolventen
Quentin Crausaz, Design Management, International
Design at the Bottom of the Pyramid - Product development for the developing world
Design at the Bottom of the Pyramid - Product development for the developing world

